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Wer hat das Lämmchen Wolke entführt? Schwein Waldemar, Franz von Hahn und die Maus Johnny Mauser verdächtigen im Kinofilm „Mullewapp“ den bösen Fuchs.

„Das Böse darf nie satanisch sein“

München - Übersetzt in 35 Sprachen, 25 Millionen verkaufte Bücher - Helme Heine gehört zu den Großen im Kinderbuch-Geschäft. "Mullewapp" heißt ein Film nach seinen Büchern, der bald anläuft.

Nicht nur Kinder freuen sich auf Donnerstag, wenn „Mullewapp“ nach den Büchern von Helme Heine in den Kinos startet. Der Schriftsteller und Illustrator ist einer der erfolgreichsten Kinderbuchautoren der Gegenwart. 1941 in Berlin geboren, studierte er Rechtswissenschaft und Kunst, wanderte Mitte der Sechziger für zehn Jahre nach Südafrika aus, schrieb und zeichnete dort mit „Das Elefanteneinmaleins“ sein erstes Bilderbuch. Heines Bücher wurden in 35 Sprachen übersetzt und weltweit 25 Millionen Mal verkauft.

Herzlich willkommen in Oberbayern!

Wir sind jedes Jahr im Sommer in Europa. Wir entfliehen dem neuseeländischen Winter – der ist so wie hier zurzeit der Juli. Wir besuchen unsere Verlage, stellen den Film „Mullewapp“ vor, besuchen unsere Tochter in Basel, den Sohn in Leipzig und natürlich unsere drei Enkel.

Sie wohnen jetzt gerade am Simssee. Wo genau?

Das will ich nicht verraten. Ich bin hier ein unbekannter Bursche. Das soll auch so bleiben. Wissen Sie, man kann auch die Leute viel besser beobachten, wenn man nicht erkannt wird.

Und wie ist es in Neuseeland, wo sie acht Monate des Jahres mit Ihrer Frau Gisela von Radowitz leben?

Da arbeiten wir. Wir haben immer von einem großen Grundstück am Meer geträumt. Das ist in Europa unbezahlbar. Als ich 1988 zur Weltausstellung in Japan ein Musical inszeniert habe, haben wir uns in Asien umgeschaut und sind in Neuseeland fündig geworden. Dort beziehe ich übrigens auch eine Rente. Jeder neuseeländische Rentner bekommt alle 14 Tage 490 Dollar.

Was dürfen die Zuschauer von „Mullewapp“ erwarten?

Die Geschichte stammt von mir und Gisela. Für die braucht man zwei Dinge: Die Entwicklung eines Charakters, also von arm zu reich oder vom Feigling zum Helden. Und man braucht einen Gegenspieler. Im „Freunde“-Buch ist das Thema Freundschaft. Im Film ist das Thema, wie Johnny Mauser, Franz von Hahn und Schwein Waldemar zu Freunden geworden sind. Wir mussten dazu noch einen Gegenspieler erfinden. Das ist ein Wolf. Aber er ist ein nicht ganz unsympathischer Wolf. Das Böse darf nämlich bei Kindern nie satanisch sein. Das ist Auschwitz, oder das ist auch Folter. Aber so ein normaler Bösewicht hat auch immer jemanden, der ihn gut findet. Er ist ein Verführer. Das macht ihn gefährlich.

Was haben Sie selbst gezeichnet?

Was ich gemacht habe, nennt man die „Bibel“. Das ist ein dickes Buch von 200 bis 300 Seiten, in dem alle Charaktere entworfen sind, ihre Gestik, ihre Mimik, ihre Körpersprache. Dann musste auch die Umgebung der Figuren entwickelt werden. Was ist etwa zu sehen, wenn eine Figur aus dem Fenster schaut? Wir haben von Mullewapp ein Modell gebaut mit Teich, Häusern, Friedhof. Man muss alles haargenau vorgeben. Letztendlich ist aber der eigene Einfluss bei einem Film begrenzt: Es gibt die Regisseure, dann kommt die Musik dazu, der Schnitt, der Verleiher. Alle sprechen mit. Manches verselbstständigt sich da.

Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Der Film ist gelungen. Da ist auch Helme Heine drin. Wir haben erst einmal versucht, einen ruhigen Film zu machen, der sich nicht in Action austobt. Es soll ein emotionaler Film sein, der Herz und Kopf bewegt. Das ist das Wichtigste. Das ist kein 3-D-Film vom Computer, sondern ein 2-D-Film von Helme Heine. Mein Stil muss bewahrt bleiben.

Das Gespräch führte Raimund Feichtner.

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