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Marco Comin ist der neue Chefdirigent des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

„Das Orchester wollte frischen Wind“

München - Marco Comin spricht im Merkur-Interview über seine Aufgabe als neuer Chefdirigent des Gärtnerplatztheaters.

Sein Antrittskonzert in München fand am vergangenen Wochenende unter freiem Himmel statt: Marco Comin ist der neue Chefdirigent am Gärtnerplatztheater. Am 25. Oktober wird der 1976 geborene Venezianer bei der Premiere der Gärtnerplatz-Produktion „Don Pasquale“ am Pult im Cuvilliéstheater stehen. Wir stelllen Marco Comin bereits heute vor.

Gegen Ende der Intendanz des Vorgängers von Josef E. Köpplinger war die Stimmung der Musiker des Gärtnerplatztheaters angespannt. Ist das Orchester inzwischen wieder etwas erleichtert?

Ich glaube schon, dass das Orchester sich frischen Wind gewünscht hat. Nach dem David Stahls Tod 2010 war das Orchester ja zwei Jahre ohne Chef. Ich glaube, das Open-Air-Konzert hat deutlich gezeigt, wie engagiert das Orchester war – und wie sehr das Publikum mitging.

Wie sehr muss ein Chefdirigent auch Psychotherapeut sein?

Die psychologische Seite spielt eine sehr große Rolle. Das Tolle und Schwierige an meinem Beruf ist es ja, kein Instrument vor sich zu haben, sondern Menschen. Man kann und muss mit den Stärken und Schwächen der Kollegen umgehen und eine gemeinsame Sprache finden. Das Beste aus den Musikern rausholen.

Mussten Sie das zu Beginn Ihrer Karriere üben?

Ich bin kein Mensch, der zu Hause sitzt und sich überlegt: Was muss ich sagen, um die Musiker zu begeistern? Die Hauptsache ist, ehrlich zu sich zu bleiben und begeisterungsfähige Kollegen zu haben – und die habe ich mit dem Gärtnerplatz-Orchester.

Warum dirigieren Sie nicht die Eröffnungs-Premiere, das „Weiße Rößl“?

Weil der Erste Kapellmeister Michael Brandstätter da zu Hause ist und es eine gute Gelegenheit für ihn ist, sich vorzustellen.

Das Gespräch führte Matthias Bieber.

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