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Leonard Proxauf in einer Szene des Films "Das weiße Band" von Regisseur Michael Haneke.

"Das weiße Band" soll Oscar nach Deutschland holen

München - Der Film “Das weiße Band“ des Österreichers Michael Haneke soll 2010 den begehrten Oscar nach Deutschland holen.

Eine von German Films einberufene Fachjury hat ihn am Mittwoch für die deutsche Bewerbung um den Oscar in der Kategorie bester nicht englischsprachiger Film ausgewählt. Das teilte das Unternehmen, die Auslandsvertretung der deutschen Filmbranche, in München mit. Der in Schwarzweiß gedrehte Streifen, der mit der Goldenen Palme des Festivals in Cannes ausgezeichnet wurde, habe durch seine erzählerische und ästhetische Qualität sowie seine außergewöhnliche Figurenzeichnung einer Dorfgemeinschaft in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts überzeugt, hieß es zur Begründung.

Produzent zeigt sich hocherfreut

Der Berliner Produzent Stefan Arndt zeigte sich am Mittwoch hocherfreut über die Entscheidung: “Nun werden wir alles tun, um die Amerikaner von unserem wunderschönen Film zu überzeugen“, erklärte Arndt, dessen Berliner Firma X-Filme (“Good Bye, Lenin!“, “Lola rennt“) “Das weiße Band“ produziert hat.

In den kommenden Wochen werden zahlreiche Länder ihre besten Filme bei der zuständigen Academy of Motion Picture Arts and Sciences einreichen. Am 2. Februar 2010 gibt die Academy dann bekannt, welche dieser Filme tatsächlich nominiert werden und beim Oscar-Wettlauf mitmachen können. Von den Bewerbungen aus aller Welt werden lediglich fünf in die engere Wahl kommen. Die Oscar-Verleihung ist für den 7. März geplant.

In diesem Jahr waren bei German Films elf deutsche Produktionen für den Auslands-Oscar eingereicht worden, deutlich mehr als die Jahre davor. Dazu gehörten auch das Kriegsdrama “Anonyma“, die Jugendbuch-Verfilmung “Krabat“, der Bergfilm “Nordwand“ sowie das international beachtete Historiendrama “John Rabe“.

Film schilder Geschichte seltsamer Unfälle

“Das weiße Band“ hatte als europäische Produktion gleich zweimal die Chance, in die Liste für den Auslands-Oscar zu kommen. Die Geschichte einer Kindheit in Norddeutschland zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde zunächst in Deutschland eingereicht. Regisseur Haneke schildert darin die Geschichte seltsamer Unfälle in einem Schul- und Kirchenchor in den Jahren 1913/14. Dabei geht er den Ursachen von Terror und Gewalt auf den Grund und zeigt autoritäre Strukturen in den Familien und der Dorfgemeinschaft. Wäre der Film bei der deutschen Jury durchgefallen, hätte er in Österreich erneut in die Bewerber-Liste aufgenommen werden können.

German Films hatte in diesem Jahr eigens früher als sonst über die Bewerbungen für die Oscar-Nominierung entschieden, damit “Das weiße Band“ bei einem Nein aus Deutschland noch in der österreichischen Liste eine Chance gehabt hätte. Alle Bewerbungen müssen laut German Films bis zum 1. Oktober bei der Academy eingereicht worden sein.

dpa

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