Roger Moore ist tot: James-Bond-Darsteller an Krebs gestorben 

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„Das schlaue Füchslein“ ist Iulia Maria Dan. Tim Kuypers singt den Wilderer Háraschta.

David Bösch inszenierte „Schlaues Füchslein“

München - Das große Haus stemmt mit Wagners „Ring“ die Riesenbrummer, und im Cuvilliéstheater ereignet sich mit der scheinbar größten Selbstverständlichkeit Kunst ersten Ranges.

Opernstudio, Kinderchor und Bayerischem Staatsorchester unter Christoph Ward gelingt ein herzerwärmendes „Schlaues Füchslein“ von Leos Janá(c)ek. Zu danken ist das vor allem dem Regisseur David Bösch. Er macht sich zusammen mit seinem Bühnenbildner Patrick Bannwart die richtigen Gedanken: Wie bringt man Tiere zusammen mit Menschen auf die Bühne? Nicht putzig, nicht unernst, aber scharf umrissen, witzig und auch animalisch grausam.

Es sagt viel über Janá(c)eks Lebensgefühl, wenn die Menschen in diesem Stück alle Verzweifelte sind und das einzige Liebesduett in Strauss’scher Süße von Füchsen gesungen wird. Bösch lässt vor einem bestirnten Nachthimmel spielen. Vielleicht ist ja alles ein Traum? Davor dann aus rohen Brettern ein Raum, der Haus, Hof, Gastwirtschaft sein kann und, wenn hochgezogen, der Wald wird. Rundherum sind Schnecken, Teddybären, Elefanten zu entdecken, aber bei Bösch geschieht das auf einer zweiten Ebene, bleibt nicht stecken im „Kinderzimmer“.

Er hat den Ton mit den jungen Sängern getroffen. Sie singen und spielen so, dass man wünschte, ihre künftigen Intendanten könnten sie hören. Eine ist jetzt schon ein Star: Golda Schultz aus Südafrika mit einem makellos geführten großen Sopran, einem begnadeten Spieltalent und einer zu Herzen gehenden Wärme in der Darstellung. Sie singt im dicken Overall die Hosenrolle des verliebten Fuchses Goldrücken, aber auch die freche Schopfhenne bei der Hühnerrevolution – spritziges Beispiel früher Frauenemanzipation. Ihr Füchslein ist die Rumänin Iulia Maria Dan, hellstimmig, mit Charme in der Darstellung. Das wird bald über das Taumännchen und die Papagena, die sie zurzeit an der Staatsoper singt, hinausgehen. Drei gstandne Männer: Peter Mazalán aus Bratislava, der mit seinem schönen Bariton hier überzeugend den rastlosen Förster spielt, Tareq Nazmi aus Kuwait mit sonorem Bass als von Liebeslüsten geplagter Pfarrer (auch Dachs) und Dean Power als selbstquälerischer Schulmeister (auch Dackel) mit hohem Tenor. Dazu der Wilderer und Aussteiger Háraschta des spielwütigen Holländers Tim Kuypers.

Silvia Hauer muss mit einem sanften Mezzo eine verbitterte Försterin spielen. Bösch lässt sie manchmal über ihrem Wäschekorb ein Hemdchen hochheben: So hatte sie sich das Leben und die Liebe einmal vorgestellt. Es sind solch sprechende Momente, die das Besondere an seiner Regie ausmachen. Auch in Jonathan Doves Kammerorchester-Fassung kommen Janá(c)eks Naturzauber, die Wurzeln im mährischen Volkslied und seine an der Sprache orientierte Diktion heraus. Wer an unkonventioneller Regie interessiert ist, die genau auf die Musik reagiert, sollte die Produktion nicht verpassen. Und Carolyn Christov-Bakargiev sollte eine Wiese in Kassel freiräumen. Ihr documenta-Thema, Natur, Tier und Mensch zusammenzudenken – „Das schlaue Füchslein“ redet von nichts anderem.

Weitere Vorstellungen am 13., 18., 21. und 23. Juni; Telefon 089/ 21 85 19 20.

Beate Kayser

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