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Star-Geiger David Garrett hat zwei Konzerte in der Olympiahalle gespielt.

Zwei Auftritte in der Olympiahalle

David-Garrett-Konzert: Alles nur geklaut

München - Zwei Konzerte gibt David Garrett in der Münchner Olympiahalle. Der Star-Geiger trug in der bombastischen Show am Dienstag dick auf - doch die musikalische Essenz war dürftig. 

Ob David Garrett so neues Publikum an klassische Musik heranführen kann, ist fraglich. Aber der Reihe nach: Zu „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss ging auf der Leinwand die Sonne auf. Zu „Let me entertain you“ von Robbie Williams schwebte der Geiger gewohnt lässig mit Jeans, Sakko und Kopftuch per Seilzug zur Bühne.

So begann am Dienstag-Abend das erste von zwei Konzerten von Garrett (das zweite findet am Mittwoch-Abend statt) in der nicht ausverkauften Münchner Olympiahalle. Oder besser: seine bombastische Show.

Denn auch in der Folge trug der 34-jährige Aachener dick auf: mit der Neuen Philharmonie Frankfurt, dem Deutschen Fernsehballett, Pyrotechnik, Videos und Lichtshow. Die versprochene „Classic Revolution“ gab es nur showtechnisch. Musikalisch servierte Garrett – im Gegensatz zu seinem jüngsten Philharmonie-Auftritt – einen Eintopf von austauschbaren Rockcovern und verrockter Klassik.

Violinen-Version von Miley Cyrus' "Wrecking Ball" war cool

Ob Bon Jovi, Abba, Verdi oder Beethoven: alles nur geklaut. Die musikalische Essenz ohne die Zutaten war dürftig, die Rockband meist lauter als das Orchester, die aufgeblasene Bearbeitung von Mozarts „Lacrimosa“ eine Zumutung für den Klassikfan. Armer Wolfgang.

Dabei kann der polarisierende Crossover-Musiker geigen, wie die eigene (!) Ballade „Lost Memory“ bewies. Auch die Violinen-Version von Miley Cyrus’ „Wrecking Ball“ war cool. Elton Johns „Your Song“, zu dem Garrett eine Zuschauerin auf die Bühne holte, dagegen Kitsch pur, Queens „We are the Champions“, zu dem die Tänzer Deutschlandfahnen schwangen, einfach peinlich.

Garrets Zwischenkommentare wirkten mehr abgespult als spontan. Nach zwei Stunden applaudiertend die Fans zwar stehend – wirklich gepackt hat einen die Show aber nur selten.

Marco Mach

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