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Deep Purple startet Deutschland-Tournee. Am Freitagabend in der Münchner Olympiahalle begeisterten die Rock-Legenden ihr Publikum.

Oldies rocken die Olympiahalle

Deep Purple in München: Alte Knacker, ganz schön knackig

Hilfe! Im Konzert vertan? Steht doch tatsächlich ein Mann mit kurzen grauen Haaren in sauberer schwarzer Hose, blauem Hemd und goldenem Glitzersakko auf der Bühne.

München - Zack! Glück gehabt: Es ist nicht Tanzabend im Seniorenheim, es ist Sänger Ian Gillan! Mit den Jungs der "Mark VIII"-Besetzung Roger Glover (Bass), Ian Paice (Schlagzeug), Steve Morse (Gitarre) und Don Airey (Keyboards). Knapp 50 Jahre nach der Gründung haben Deep Purple Freitagabend in der Olympiahalle Station gemacht auf ihrer "The Long Goodbye"-Tour. Und wie! Ian Gillan schafft's auch mit 71 Lenzen noch hoch hinaus mit seiner Stimme, und schon beim zweiten Song "Fireball" wird klar: die alten Knacker sind ganz schön knackig! Und rockig wie Jungspunde. Sowieso Hammer: das Hammond-Orgelspiel von Don Airey. Das einzige, was stört, hat Ian Gillan nach zwei Minuten glücklicherweise ausgezogen: das Glitzersakko. Hemdsärmelig singt er Lieder aus fünf Jahrzehnten, freilich rastet das Publikum bei den Klassikern aus wie "Strange Kind of Woman", "Space Truckin'", "Black Night" und... Halt!

Deep Purple ist viel mehr als Ta-ta-taaa, ta-ta-ta-taaa, weshalb keiner der Fans in der sehr gut gefüllten Halle ungeduldig nach "Smoke on the water" ruft, sondern jeden Song genießt, als wär's das letzte Mal. Vielleicht war's das sogar - aber "Smoke in the water" wird auch in hundert Jahren noch auf Partys in aller Welt gespielt. Vielleicht auch beim Tanzabend im Seniorenheim. Dann aber kann jeder, der gestern Abend dabei war, bei Tee und Kuchen prahlen: "Ich habe diese Band, diese Legenden noch live und leibhaftig auf der Bühne gesehen!" Dann wird eine Träne der Rührung verdrückt, bevor sich der Kopf wieder im Takt zum bekanntesten Riff der Rockgeschichte bewegt: Ta-ta-taaa, ta-ta-ta-taaaaa!

Armin Rösl

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