Von Degas zur documenta

- Ausschwärmen, um Genüsse einzusammeln. Hier ein gutes Essen, dort eine herrliche Bergwanderung, hier ein hübscher Stadtspaziergang und dort ­ natürlich ­ eine eindrucksvolle Ausstellung. Allen Kunstfreunden soll folgende Auswahl an internationalen Expositionen verlockende Vorfreuden verschaffen.

JANUAR

Frankfurt: Die Schirn entführt die Besucher ab 27.1. in die duftige, erotische und esoterische Welt Odilon Redons (1840-1916) unter dem Motto "Wie ein Traum".

Paris: Das Jeu de Paume wagt eine schwierige Untersuchung. "L‘événement ­ Das Ereignis" erforscht mit Kunstwerken, wie Medien arbeiten. Wie etwa der Fall der Mauer oder der 11. September "umgesetzt" wurde (ab 16. Januar).

Rom: Mit 80 Gemälden und noch einmal so vielen Zeichnungen huldigt ab 23.1. Dart im Chiostro del Bramante dem großen Annibale Carracci (1560-1609).

FEBRUAR

Kopenhagen: Das Museum für Kunst setzt ab 10.2. ganz auf die Leucht- und Lockkraft der Farben des André Derain (1880-1954).

Wien: Ab 2. Februar widmet sich die Albertina einer fälschlicherweise verspotteten Epoche. "Biedermeier ­ Die Erfindung der Einfachheit" kümmert sich um die Wiener Ausformung des Stils (1810-1840).

MÄRZ

Brüssel: Anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ist im Palais des \-Beaux Arts die Schau "Blicke auf Europa ­ Europa und die deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts" zu sehen (ab 8. März.).

Leipzig: Zum 150. Geburtstag von Max Klinger analysiert das Museum der bildenden Künste die Wirkung seines Werks (ab 10.3.).

Wien: Eros zieht immer. Und lockt die Besucher wohl auch zu aktueller Kunst, sagt sich das Ba-Ca Kunstforum (ab 1.3.).

APRIL

Berlin: Freche, politische und verrückte Collagen waren ihr Markenzeichen. "Hannah Höch ­ Aller Anfang ist DADA!" wird 160 Arbeiten der Künstlerin (1889-1978) enthalten (Berlinische Galerie, ab 6. April).

Dublin: "Miró und Calder" ­ diesen beiden wunderbar heiteren Künstlern, dem Maler und dem Mobile-Bauer, huldigt das Irish Museum of Modern Art (ab 4.4.).

Weimar: Der 200. Todestag von Herzogin Anna Amalia wird mit der kulturhistorischen Ausstellung "Ereignis Weimar" begangen. 500 Objekte sind ab 1.4. in der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen zu bestaunen.

MAI

Bamberg: "Unterm Sternenmantel" ­ das ist das Motto der 1000-Jahr-Feier des Bistums Bamberg (ab 12.5. im Diözesanmuseum).

Bonn: Tretjakow, das ist ein weithin tönender Sammlername. Das gleichnamige Museum aus Moskau wird 150 Jahre alt ­ und schenkt sich selbst: der Bundeskunsthalle (ab 17.5.).

Nürnberg: Die Kunsthalle versucht sich an einer Zusammenschau von Romantik und aktueller Konzeptkunst wie etwa von Rodney Graham (ab 10.5.).

Würzburg: Eine spannende Ausstellung lässt der Projekttitel "Diagnose Kunst" erwarten. Das Museum im Kornspeicher gibt sich ab 17. Mai medizinisch und körperlich.

JUNI

Berlin: Das New Yorker Metropolitan Museum of Art leiht "Französische Meisterwerke des 19. Jahrhunderts" aus ­ u.a. Degas und Delacroix (ab 1.6.).

Kassel: Der wichtigste Termin für bildende Kunst überhaupt in diesem Jahr ist die documenta 12 (ab 16.6.). Sie ist d i e Weltkunstausstellung für die zeitgenössische Szene.

Venedig: Der zweitwichtigste Termin ist die Biennale, die kurz zuvor startet (ab 10.6.). Über 100 Jahre gibt es sie schon ­ oft beschimpft, aber immer noch jung und lebendig.

JULI

Coburg: In der Veste widmet man sich "der Kunst mit dem Pinsel in Kupfer zu stechen", der Aquatinta, mit Werken seit Goya (ab 27. 7.).

Düsseldorf: Hiroshi Sugimotos Fotos sind imposant ­ er wagt sich sogar an einen "röhrenden" Wapiti. K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt diese magischen Inszenierungen ab 14. Juli.

AUGUST

Basel: Liebe und Blut, Macht und Gefahr ­ die Farbe Rot ist mit vielen Bedeutungen aufgeladen. Das Museum der Kulturen schildert dieses Phänomen weltumspannend (ab 31.8.).

SEPTEMBER

Hamburg: Unter dem Motto "Gute Freunde" feiert die Kunsthalle ihre vor zehn Jahren eröffnete Galerie der Gegenwart. Und eben die Freunde, die beim Sammeln und Kaufen halfen (ab 28.9.).

Paris: Das Centre Pompidou schildert "Erice ­ Kiarostami. Correspondances" (ab 19.9.). Der spanische Filmemacher Victor Erice und der griechische Regisseur Abbas Kiarostami im cineastischen Duett.

Stuttgart: Wieder einmal grenzüberschreitend arbeitet das Kunstmuseum. "Im Rampenlicht" schildert, wie Baumeister Bühnenbilder entwickeln (ab 29. 9.).

OKTOBER

Frankfurt: Es gibt herrlich verrückte Apparaturen, die nichts müssen und wollen. Ihnen huldigt die Schirn mit "Kunstmaschinen Maschinenkunst" (ab 18.10.).

Wien: Den Herbst-Akzent setzt die Albertina auf Oskar Kokoschka, während das Kunsthistorische Museum den "Späten Tizian" und die "Sinnlichkeit der Malerei" herausstellt (18.10.)

Zürich: Félix Vallotton ist ein besonderer Künstler: Grandios als Grafiker, ungewöhnlich als Maler ist dieser Symbolist kein abgehobener Träumer (ab 5.10.).

NOVEMBER

New York: Scherenschnitte einmal nicht hübsch biedermeierlich, sondern schön bös. Die bietet Kara Walker mit ihren riesenhaften Arbeiten (ab 11.11. im Whitney Museum of American Art).

London: Junge Künstler greifen die Fantasien auf, die die Science-Fiction-Filme der 50er-Jahre bebilderten. "Alien Nation" zeigt, was dabei herauskommt ( im Institute of Contemporary Art ab 17.11.)

DEZEMBER

Stuttgart: Dem Haus-"Heiligen" widmet das Kunstmuseum die Schau "Getroffen. Otto Dix und die Kunst des Porträts" (ab 1.12).

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