+
Vor der ehrwürdigen Kulisse des Odeonsplatzes wird am Samstag für einen neuen Konzertsaal für München demonstriert - dem Thema angemessen natürlich mit Musik.

Am kommenden Samstag

Demonstration auf dem Odeonsplatz: Singen für den Konzertsaal

München - Unterschriftenlisten und Leserbriefe reichen den Befürwortern eines neuen Münchner Konzertsaals nicht mehr, am kommenden Samstag gehen sie auf die Straße. Und das an einem prominenten, zentralen Ort: am Odeonsplatz.

Unter dem Motto „Das eine tun, das andere nicht lassen – München braucht zwei große Konzertsäle!“ wollen sich am kommenden Samstag ab 11 Uhr Demonstranten auf dem Odeonsplatz versammeln. Organisiert wird die Aktion von dem studentisch geprägten Chor- und Orchesterensemble MünchenKlang.

„In der öffentlichen Debatte wird völlig außer Acht gelassen, was die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung insbesondere für junge und kulturinteressierte Menschen in München und Umgebung bedeutet“, begründen Björn Fabritius und Beat Hadorn die Kundgebung. „Die vorschnelle Renovierung des Gasteigs wird die kulturelle Bildung der heranwachsenden Generationen über Jahre lähmen.“ Schon jetzt werde es Laien-Ensembles praktisch unmöglich gemacht, Aufführungsorte für große Projekte zu finden. Auch der professionelle Nachwuchs an der Hochschule für Musik und Theater sei schwer betroffen.

Neben kleineren Chören wie Robin’s Choruso und den Münchner Studentenorchestern Abaco sowie StOrch wollen sich auch renommierte Ensembles wie der Münchener Bach-Chor an der Demo beteiligen. Von politischer Seite haben sich Vertreter einiger Landtagsfraktionen angekündigt. Sprechen werden Manfred Wutzlhofer, Vorsitzender des Vereins „Konzertsaal München“, und Martin Wöhr, Vorsitzender des Vereins „Freunde des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks“.

Dass eine solche Kundgebung nicht ohne Musik stattfinden kann, versteht sich dabei von selbst. Vorab wurden an die beteiligten Ensembles Noten verschickt. Unter anderem soll ein afrikanisches Lied und der Kanon „Himmel und Erde müssen vergeh’n, aber die Musici bleiben besteh’n“ gesungen werden.

Darüber hinaus läuft noch immer die Online-Petition für einen neuen Konzertsaal. Bis gestern Nachmittag hatten sich dort rund 26 300 Unterstützer eingetragen, davon etwa 11 500 aus München. Wie es tatsächlich in der Diskussion weitergeht, ob „nur“ der Gasteig und der Herkulessaal renoviert werden oder doch ein neuer Saal kommt, das ist noch offen. Eine Arbeitsgruppe berät derzeit darüber. Immer wieder wird in jüngster Zeit von Seiten des Freistaats der Standort Kongresssaal ins Spiel gebracht – eine Variante, die 2012 am Widerstand des Deutschen Museums gescheitert war.  

mm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Albträume im La-Le-Lulu-Land
Die griechische Filmemacherin Athina Rachel Tsangari hat zum ersten Mal am Theater gearbeitet und für die Salzburger Festspiele in Hallein Frank Wedekinds „Lulu“ …
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Er ist Kapitän der Rockband Eisbrecher, deren neues Album „Sturmfahrt“ jetzt erscheint. Wir sprachen mit Alexander Wesselsky über die neue Platte, billiges Fleisch und …
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Kas mit Karoline
Das New Yorker Regieduo 600 Highwaymen versuchte sich im Auftrag der Salzburger Festspiele an Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“. Lesen Sie hier unsere …
Kas mit Karoline

Kommentare