Fast wie Jesus: Mit dem Hoverboard konnte sich Marty McFly in „Zurück in die Zukunft“ über Wasser bewegen. Mit dem Film kam der 1,63 Meter kleine Michael J. Fox ganz groß raus.
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Fast wie Jesus: Mit dem Hoverboard konnte sich Marty McFly in „Zurück in die Zukunft“ über Wasser bewegen. Mit dem Film kam der 1,63 Meter kleine Michael J. Fox ganz groß raus.

Krankheitsbedingt dreht er keine Filme mehr

Der Kämpfer: Schauspieler Michael J. Fox wird 60

  • vonMayls Majurani
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Mit Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ und „Teenwolf“ wurde Michael J. Fox zur Jugendikone. Krankheitsbedingt ist er auf der Leinwand nicht mehr zu sehen. Heute wird er 60.

Fast hätte er sich im Jahr 1955 in Luft aufgelöst. Denn wenn sich die Eltern in der Vergangenheit nicht ineinander verlieben, kann er nicht existieren. So hat uns „Zurück in die Zukunft“ die Regeln des Zeitreisens erklärt. Fast wäre Marty McFly also ein verschollener Zeitreisender geworden – dann ging sein Plan aber doch auf, und er konnte zurück in die Gegenwart, ins Jahr 1985 reisen.

Heute wird Michael J. Fox 60 Jahre alt. Während seine Abenteuer in „Zurück in die Zukunft“ auch drei Jahrzehnte später immer noch für gelungene Filmabende sorgen können, war das Leben des Schauspielers, der sich mittlerweile zur Ruhe gesetzt hat, nicht immer so leicht.

Von Parkinson gezeichnet: Michael J. Fox.

Geboren als Michael Andrew Fox im Westen Kanadas, wächst er ab seinem zehnten Lebensjahr in der Nähe von Vancouver auf. Keine schlechte Voraussetzung für eine Schauspielkarriere, so ist Vancouver doch bekannt für seine Filmstudios und hat sich zusammen mit Toronto einen Namen als „Hollywood North“ gemacht. Nach ersten Rollen im kanadischen Fernsehen geht der kleine Fox mit 18 Jahren und 1,63 Metern ins echte Hollywood nach Los Angeles. Sein Debüt in den USA feiert er im Fernsehfilm „Letters from Frank“ – im Abspann heißt er noch „Michael Fox“. Später bemerkt er, dass es im Filmgeschäft bereits einen Michael Fox gibt. Statt sich „Michael Andrew Fox“ oder „Michael A. Fox“ zu nennen, zollt er Michael J. Pollard (C.W. Moss aus „Bonnie und Clyde“) Tribut, nimmt ein „J.“ in seinen Namen auf.

Wenn Robert Zemeckis anruft, sagt man nicht Nein

Nach ersten Kinofilmrollen gelingt Fox in der Sitcom „Familienbande“ der Durchbruch. In der Serie geht es um eine US-amerikanische Familie im Generationenkonflikt. Ursprünglich sollen die Eltern im Mittelpunkt stehen, Fox’ schauspielerische Leistung als Sohn Alex durchkreuzt die Pläne der Produzenten und Autoren aber. Dabei wollte einer von ihnen zu Beginn der Dreharbeiten Fox ersetzen, weil dieser zu klein für die Rolle sei. Fox beweist das Gegenteil, erntet drei Emmy-Preise für seine Leistung und wird so unverzichtbar für die Show, dass die Produzenten ihm erst nicht erlauben wollen, bei „Zurück in die Zukunft“ zu spielen.

Wenn aber tatsächlich ein gewisser Robert Zemeckis anruft, sagt man nicht Nein. Und so wird Fox für die Hauptrolle Marty McFly der Produktion gecastet. Er arbeitet nun in zwei Sets gleichzeitig, dreht von morgens bis nachmittags „Familienbande“ und spielt danach bis tief in die Nacht für Zemeckis. Nun ist er endgültig angekommen in Hollywood.

Es folgen weitere Filme. Komödien wie „Teenwolf“, „Das Geheimnis meines Erfolgs“ oder die beiden „Zurück in die Zukunft“-Fortsetzungen machen Fox zu einer Teenager-Ikone. Der gebürtige Kanadier probiert sich aber auch in anderen Genres aus, spielt im Melodram „Die grellen Lichter der Großstadt“ einen Faktenchecker, der nach Feierabend gern Alkohol und andere Drogen missbraucht. In Brian De Palmas Vietnamkriegsfilm „Die Verdammten des Krieges“ beweist er – trotz Flop an der Kinokasse – abermals: Dieser kleine Mann kann auch ernst.

Ehrendoktortitel vom Karolinska-Institut

Ernst wird es in den frühen Neunzigern für Fox, als er erstmals Parkinson-Symptome bei sich feststellt. Anfangs nur ein Zittern des kleinen Fingers. 1998 geht er mit seiner Erkrankung an die Öffentlichkeit, nachdem sich sein Zustand zwischenzeitlich verschlechtert und er dem Alkohol und Depressionen verfällt. Er holt sich aber Hilfe und beginnt nun, sich für die Forschung der unheilbaren Krankheit einzusetzen. 2000 gründet er die Michael J. Fox Foundation, mit der er hunderte Millionen US-Dollar Spenden sammelt. Für sein Engagement erhält er den Ehrendoktortitel des schwedischen Karolinska-Instituts. Als die Symptome nicht mehr zu unterdrücken sind, beschränkt er sich auf kleinere Gastauftritte oder Synchronrollen, wie etwa in der „Stuart Little“-Trilogie. 2020 beendet er seine Schauspielkarriere endgültig.

Marty McFly hat sich in „Zurück in die Zukunft“ nicht in Luft aufgelöst. Michael J. Fox ist aber von den Leinwänden verschwunden. In neuen Filmen wird man den seit heute 60-Jährigen vermutlich nicht mehr sehen. Eine Option bleibt für seine Fans aber immer bestehen: Zurück an den Fernseher – und Film ab.

Mayls Majurani

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