"Der kleine Lord": Uraufführung im Deutschen Theater

München - Münchens Deutsches Theater ist ins Schlingern geraten. Die Chefin Andrea Friedrichs musste gehen. Ende 2008 steht die Schließung wegen der Sanierung an. Da ist die Uraufführung eines Musicals von Konstantin Wecker und Christian Berg wie "Der kleine Lord" ein Hoffnungssignal.

Der Vorverkauf hat begonnen. Und auch wenn man im Spätsommer ungern an Weihnachten denkt, freut man sich doch auf den "Kleinen Lord", den Wecker als Komponist und Berg als Autor in dem Theater an der Schwanthalerstraße herausbringen werden. Das dortige Interim-Leitungsteam Carmen Beyer und Werner Steer hat damit bewiesen, dass es alle Kraft daran setzt, das Haus energisch zu durchbluten. Den Eindruck einer absterbenden Bühne vermittelt das beileibe nicht - genauso wenig wie die zurzeit feurig aufspielende "Carmen Cubana" (noch bis 9. September).

Frances Hodgson Burnetts Roman "Der kleine Lord" (1886) hat sich insbesondere in der Verfilmung mit Alec Guinness als grantigem Adel-Opa und Ricky Schroder als Fauntleroy im Fernsehen zum Standardfilm für Weihnachten ausgewachsen. Da ist das Live-Erlebnis eine wundervolle Alternative für die ganze Familie. Vor allem weil Konstantin Wecker und Christian Berg ("Das Dschungelbuch") schon bei "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" ein gutes Team abgaben.

Christian Berg schaut sich gerade in Hamburg in einem ersten Durchgang die möglichen Darsteller an. Die Endausscheidung ist am 10. September in München, bei der Wecker - jetzt noch urlaubend in Italien - anwesend sein wird. Was müssen die Künstler mitbringen für den "Kleinen Lord"? "Leidenschaft", sprudelt es aus Autor/Produzent Berg. "Die Geschichte hat einen großen Zauber. Letztes Jahr war mir überhaupt nicht weihnachtlich zumute - ich sah im Fernsehen den Film, und mein Weihnachtsgefühl war da. Es gibt eben auch nach Bethlehem noch Wunder."

Dass ein Kind nicht einen Musicalabend durchhalten kann, betont Berg sogleich: "Wir machen das mit einem Mädchen. Es muss ja singen, tanzen, die ganze Vorstellung tragen." Wecker wird sich "die Stimmfarben und -lagen" der Sänger anhören und ihnen die Lieder auf die Stimmbänder hinkomponieren. Seine Musik sei "klassisch - klassisch Musical, aber mit der Wecker'schen Poesie", betont Christian Berg, der den Roman unverändert auf die Bühne bringen will.

Vorverkauf läuft ab jetzt:

Vorstellungen: 4.-16.12., 20 Uhr; Fr. auch 15 Uhr, Sa. auch 11/15 Uhr, So. auch 10.30/14 Uhr, Tel. 089/ 55 23 44 44.

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