Deutliche Worte

- "Ich bin nicht Antiamerikaner, aber ich bin gegen die amtierende amerikanische Regierung." Spontaner Applaus und Jubel unterbrachen Dustin Hoffman in seiner Rede. Der Hollywoodstar schien den rund 600 Gästen auf der Berlinale-Gala "Cinema for peace" im Berliner Konzerthaus aus der Seele zu sprechen. Mit deutlichen Worten wandte er sich gegen die Bush-Administration und gegen Pläne eines Angriffs auf den Irak.

<P>Er müsse seine Regierung fragen, warum sie vor 15 Jahren Saddam Hussein im Kampf gegen Iran unterstützt habe, derselbe Mann aber heute das Böse schlechthin verkörpere. Er müsse seine Regierung fragen, was nach einem Krieg passiere, in dem in wenigen Minuten Tausende von Bomben auf Mütter, Väter und Kinder geworfen würden. Er fühle sich nun an die 60er-Jahre und die Proteste gegen den Vietnamkrieg erinnert. "Wir müssen all das gegen einen Krieg tun, was wir können", rief der 65-Jährige in den Saal.</P><P>Der drohende Irak-Krieg war auch für die anderen Stars Hauptgesprächsstoff auf der Benefizgala für UNICEF. Christopher Lee, der zuletzt in "Herr der Ringe" zu sehen war, warnte ebenfalls vor einem bewaffneten Konflikt. Und als er einen 1941 geschriebenen Brief von Mahatma Gandhi an Adolf Hitler vorlas, erhoben sich alle im Saal, um zu applaudieren: "Im Namen der Menschlichkeit, stoppen Sie den Krieg!", zitierte Lee Gandhi sichtlich bewegt.</P><P>Es gab noch mehr Symbolik an diesem Abend: Vor dem festlich illuminierten Konzerthaus brannten auf Treppenstufen Dutzende Kerzen und Fackeln, unter anderem die so bezeichnete "Weltfriedensflamme". Die Idee zu dem Friedenssymbol wurde vor 1999 geboren, als sieben Flammen von fünf Kontinenten vereinigt wurden.Holger Mehlig<BR><BR></P>

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