Deutscher Jazzpreis verliehen

- Berlin - Der Pianist und Komponist Ulrich Gumpert ist am Samstag mit dem Albert-Mangelsdorff-Preis, dem Deutschen Jazzpreis 2005, geehrt worden. Der 60-Jährige nahm die mit 13 000 Euro dotierte Auszeichnung am Abend beim JazzFest Berlin entgegen. Mit dem Preis würdigen die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) und die GEMA-Stiftung alle zwei Jahre eine herausragende Jazzpersönlichkeit. Gumpert lebt seit 1966 als freischaffender Musiker im Ostteil Berlins. Bekannt wurde er vor allem als Pianist im "Zentralquartett" und mit seiner Workshop-Band.

Der Leipziger Musikjournalist Bert Noglik nannte Gumpert in seiner Laudatio einen Musiker mit Eigensinn und Kollektivgeist, einen Bandleader mit feinem Sinn für Irritationen. In der DDR sei Gumpert ein Freigeist gewesen. Der Geehrte sagte schlicht "Danke" und ließ die Musik sprechen: Er musizierte mit Jan Roder (bass), Michael Griener (Schlagzeug) und Ben Abarbanel-Wolff (Saxofon), seinem neuen Quartett.

In Jena geboren, studierte Gumpert in Weimar und Berlin Klavier, Waldhorn sowie Musiktheorie und Komposition. In Berlin spielte er in der 60er Jahren zunächst in Tanzbands und fand dann Aufnahme in die Gruppen und Orchester von Klaus Lenz, der beherrschenden Persönlichkeit des damaligen DDR-Jazz. Ende der 60er Jahre gründete Gumpert seine erste eigene, damals noch rockorientierte Band.

In die europäische Jazzgeschichte trug sich der Pianist ein, als er sich 1973 mit Ernst-Ludwig-Petrowsky (Saxofon), Conrad Bauer (Posaune) und Günter "Baby" Sommer (Schlagzeug) zum legendären Quartett "Synopsis" zusammenfand, das ein Jahrzehnt später seine Neuauflage als "Zentralquartett" erlebte. Zu Gumperts Karriere gehörten Auftritte mit nahezu der gesamten Crme des europäischen Free Jazz.

Gumpert arbeitet seit 1971 auch für Film und Theater, für Hörspielaufnahmen und Kinderschallplatten. Nach dem Ende der DDR schrieb er unter anderem Filmmusiken zu ARD-Tatortkrimis mit Günter Lamprecht als Berliner Kommissar Markowitz.

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