Deutscher Theaterpreis an Grips-Chef Ludwig

Stuttgart - Der langjährige Chef des renommierten Berliner Kinder- und Jugendtheaters Grips, Volker Ludwig, wird für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Theaterpreis "Der Faust" geehrt.

Der 71-Jährige habe große Verdienste daran, dass das Theater für Kinder und Jugendliche einen "ihm angemessenen Platz in der deutschen Theaterlandschaft erobern konnte", begründete der Deutsche Bühnenverein die Wahl Ludwigs in Stuttgart. Dort wird der undotierte Theaterpreis am 29. November verliehen. Er würdigt seit drei Jahren besondere Leistungen sowie künstlerische Ausstrahlung. Die ersten Lebenswerk-Preise gingen an den Regisseur George Tabori (2006) und den Dirigenten Michael Gielen (2007).

Neben der Auszeichnung an Ludwig werden weitere undotierte Preise an acht Theaterschaffende in ebenso vielen Kategorien von Regie über darstellerische Leistung bis zur Bühnenausstattung vergeben. Preiswürdig sind alle an deutschen Theatern aufgeführten Inszenierungen. Der Bühnenverein betont stets, das "Der Faust" kein Kritikerpreis sei, sondern eine Auszeichnung "von Theaterleuten für Theaterleute." Gewählt werden die Preisträger von den Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Die Nominierungen - drei pro Kategorie - wurden am Donnerstag bekanntgegeben.

Hoffnung auf den "Faust" in der Kategorie "Beste Regie Schauspiel" darf sich etwa Andreas Kriegenburg machen, der am Thalia Theater in Hamburg "Das letzte Feuer" inszenierte. Seine Konkurrenten sind Sewan Latchinan für "Faust I und II" an der Neuen Bühne Senftenberg und Johan Simons für "Hiob" an den Münchner Kammerspielen. In der Kategorie "Beste Regie Musiktheater" haben die Mitglieder der Akademie die Wahl zwischen Paul Esterhazy ("Weder noch" am Staatheater Kassel), Christof Loy ("Cosi fan tutte" an der Oper Frankfurt) und Andrea Moses ("Elektra" am Meininger Theater).

Das Deutsche Theater Berlin, das kürzlich zum "Theater des Jahres" gekürt wurde, taucht gleich mehrfach in der Liste der Nominierungen auf. So könnte Constanze Becker den "Faust" für ihre Rolle als Frau John in "Die Ratten" bekommen ebenso wie Ulich Matthes für die Rolle Wanja in "Onkel Wanja". Beide Stücke stammen vom Deutschen Theater Berlin. Auch der Schöpfer des Bühnenbildes von "Die Ratten", Olaf Altmann, geht ins Rennen um die Auszeichnung. Er konkurriert mit Bert Neumann, der für das Staatstheater Stuttgart das Bühnenbild zu "La Juive" entwarf. Die Kategorie "Beste darstellerische Leistung Tanz" machen Lucia Lacarra (Bayerisches Staatsballett München), Xavier Le Roy (Hebbel am Ufer Berlin) und Kenji Takagi (Tanztheater Wuppertal) unter sich aus.

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