Dichter im Bewegungsrausch

- Der Frühling kommt nach München, und die "Internationale Frühjahrsbuchwoche" hat er gleich mitgebracht. Die heurige, mittlerweile 15. Ausgabe des vom städtischen Kulturreferat in Kooperation mit Bayern2Radio ausgerichteten Literaturfestivals steht ganz im Zeichen des Sports, schwerpunktmäßig jedoch nicht des Fußballs.

"Die Internationale Frühjahrsbuchwoche ist keine Begleitveranstaltung zur WM", betont Kulturreferentin Lydia Hartl - doch Rainer Moritz, der für die Konzeption der Buchwoche Verantwortliche, verspricht, dass auch der Fußball nicht zu kurz kommen wird.

In der Zeit vom 30. März bis zum 6. April wird an zahlreichen unterschiedlichen Veranstaltungorten ein umfängliches Programm zu sehen sein, auf dessen konzeptionelle Vielschichtigkeit Lydia Hartl mit Stolz hinweist. Neben klassischen Lesungen finden Diskussionen und Symposien statt, aber auch Ausstellungen sowie Kinovorführungen.

Mit besonderer Aufmerksamkeit habe man sich dieses Mal den jungen Lesern gewidmet, den ganz jungen mit einem ausgedehnten Kinder- und Jugendprogramm, aber vor allem auch dem Publikum unter vierzig.

"Sport ist ein Thema, mit dem man Menschen gut an Literatur heranführen kann", meint Rainer Moritz, mit Hinweis auf die zahlreichen Schriftsteller, die neben ihrer literarischen Tätigkeit selber sportlich aktiv sind und oft auch den Sport zum Gegenstand ihrer Literatur gemacht haben.

Einige dieser sportbegeisterten Dichter sind dieses Jahr zu Gast bei der Frühjahrsbuchwoche. Zu den prominentesten zählen der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy, einst selbst aktiver Fußballer, der zur Eröffnung am 30. März um 20 Uhr in der Muffathalle aus seinem kürzlich veröffentlichten Fußballbuch "Deutschlandreise im Strafraum" lesen wird, und sein schwedischer Kollege Per Olov Enquist, der am 4. April um 19.00 Uhr in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste mit eigenen Sportreportagen zu erleben ist.

Eine weitere, erstmalig für die Buchwoche übersetzte Reportage Enquists über die Olympischen Spiele 1972 in München wird am darauf folgenden Abend um 20 Uhr in der Buchhandlung "Dichtung und Wahrheit" in der Burgstraße zu hören sein, und am 4. April um 19.30 Uhr wendet sich John von Düffel in der Seidlvilla seiner Lieblingsdisziplin, dem Schwimmen, zu.

Neben etablierten Autoren findet auch der literarische Nachwuchs Gehör, wie der aktuelle Bachmann-Publikums-Preisträger Sasa Stanisi´c, der am 2. April um 20 Uhr in der Black Box im Gasteig liest. Harte Fights erwarten einen beim 1. Münchner Box Slam, wo junge Poetry-Slam erfahrene Autoren am 6. April in der Muffathalle (19 Uhr), gegeneinander antreten werden.

www.Fruehjahrsbuchwoche.de

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Fantastischen Vier in der Oly-Halle: Fette Fanta-Party
München - Wer das Wort „fantastisch“ im Namen führt und auszieht, sein Best-of unters Volk zu bringen, der hängt die Messlatte hoch. Die Fantastischen Vier erfüllen den …
Die Fantastischen Vier in der Oly-Halle: Fette Fanta-Party
Im Reich von Mode und Magie
Zürich - Spätestens seit dem Terroristen-Epos „Carlos“ ist der französische Filmemacher Olivier Assayas auch deutschen Kinofans ein Begriff. Sein preisgekröntes Drama …
Im Reich von Mode und Magie
Mordmotor mit Unwucht
Andreas Kriegenburg inszenierte William Shakespeares „Macbeth“ fürs Münchner Residenztheater
Mordmotor mit Unwucht
Hansi Kraus im Interview: „Wurde von meiner Familie betrogen“
München - Hansi Kraus ist der ewige Lausbub - auch, weil er diesen in Ludwig Thomas Lausbubengeschichten verkörpert. Im Interview spricht Kraus auch über die …
Hansi Kraus im Interview: „Wurde von meiner Familie betrogen“

Kommentare