„Die drei ???“ im Skurrilitäten-Kabinett

München - "Die drei ???" als Vollplayback-Theater in der Muffathalle. Ob das funktioniert? Lesen sie hier die Kritik!

Was für ein riesengroßer Quatsch! Abstruse Brüche in der Handlung, abstruse Anspielungen auf diverse andere Filmhits aus längst vergangenen Tagen. Das Vollplaybacktheater gastierte mit seiner Show „Die drei ??? und die schwarze Katze“ in München, und jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch hätte wohl Reißaus genommen. Anders die hartgesottenen Fans der jungen US-Meisterdetektive in der seit Wochen ausverkauften Muffathalle.

Seit 15 Jahren bewegen die Wuppertaler Schauspieler auf der Bühne die Lippen synchron zur jeweiligen Folge. Und haben sie anfangs diese nur korrekt nachgespielt, sind mittlerweile ganze Huldigungen an Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews daraus geworden. Denn die insgesamt sechs auf der Bühne wirken in ihren grellen Achtzigerjahreshorts samt Hosenträger und Käppi zwar wie zu groß geratene Schulbubis im Akne-Alter, doch sind hier klar Profis am Werk. Das verraten nicht nur ihre niemals in den Klamauk abdriftenden Mimiken und Gestiken.

Auch sind ihre in die Ursprungshandlung eingebauten Anspielungen auf andere Folgen und Gags zwar bekloppt, aber irrsinnig liebenswert. Sie passen gut zur Handlung sowie zum Zielpublikum. Und so grölen die durchschnittlich 35-Jährigen, die wohl ihre halbe Kindheit vor dem Kassettenrekorder den „Drei ???“-Folgen lauschend verbracht haben, quasi nonstop. Amüsieren sich prächtig über den auftanzenden Ninja Turtle, genauso wie über Dschingis Khan oder Catwoman. Nur einer wirkte in diesem ganzen Skurrilitäten-Kabinett fehl am Platz: Denn was bitte schön hat SpongeBob Schwammkopf mit dieser Generation zu tun? Egal, einen Irrläufer verzeiht man herzlich gerne – bei dieser Liebeserklärung.

Angelika Mayr

Weitere Vorstellung am 13. März; Tel. 0180 / 54 81 81 81.

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