Diese 1200 Nackten am Meer sind Kunst

Tel Aviv - Etwa 1200 nackte Israelis und Touristen haben am Westufer des Toten Meeres für den US-Fotografen Spencer Tunick posiert.

Die Teilnehmer seien zwischen 18 und 77 Jahre alt und überwiegend männlich gewesen, berichtete die Zeitung “Jerusalem Post“ am Samstag. Das Projekt war bei orthodoxen Juden auf entschiedenen Widerstand gestoßen.

Tunick wollte nach eigenen Angaben mit der Aktion “Nacktes Meer“ am Freitag auf die Gefährdung des tiefsten Sees der Welt durch Austrocknung aufmerksam machen. Der abflussfreie See wird vom Jordan gespeist, liegt mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel und hat einen extrem hohen Salzgehalt.

Mit seinen Aktionen mit nackten Menschenmassen, die er “Körperlandschaften“ oder “soziale Plastiken“ nennt, ist Tunick schon um die ganze Welt gezogen. Die bisher größte entblätterte Menschenmenge fotografierte er mit 18 000 Freiwilligen in Mexiko-Stadt.

Der 25-jährige Teilnehmer Raffe Gold fand auch noch eine politische Bedeutung der Aktion. Er habe teilgenommen, um für Israel als liberale Demokratie in einer ansonsten nicht gerade freizügigen Weltgegend zu werben. “Ich tue das, weil ich überzeugt bin, dass Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, wo eine Fotoserie von nackten Menschenmassen aufgenommen werden kann“, zitierte die Zeitung den jungen Mann. Bei den meisten moslemischen Nachbarn Israels ist es verpönt, dass Frauen nackte Haut zeigen. Viele Frauen tragen sogar beim Baden lange Gewänder.

dpa

Nakedheart: 100 Nackte formen ein Herz

Nakedheart: 100 Nackte formen ein Herz

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker setzen ihren Bruckner-Zyklus mit der Achten fort. Eine Enttäuschung.
Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Christine Nöstlinger ist gestorben
Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Freitag der Residenz-Verlag in Wien. 
Christine Nöstlinger ist gestorben
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024
Das ist auch eine kulturpolitische Entscheidung mit Blick auf den Konzertsaal: Mariss Jansons bleibt seinem Orchester ungewöhnlich lang erhalten.
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024
Earth, Wind & Fire auf dem Tollwood: Im Boogie-Wunderland
Earth, Wind & Fire haben bei ihrem Konzert in der Toolwood-Arena eine mitreißende Show geliefert. Disco kann so einfach sein, findet unser Redakteur - eine Nachtkritik.
Earth, Wind & Fire auf dem Tollwood: Im Boogie-Wunderland

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.