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„Die Biermösl Blosn hat sehr viel bewirkt in Bayern“, sagt Dieter Hildebrandt über die Brüder Hans, Michael und Christoph Well. Der Grandseigneur des politischen Kabaretts will nun „in Ruhe“ mit Hans Well darüber reden, wie gemeinsame Auftritte aussehen könnten.

Dieter Hildebrand: "Haben uns das in Aussicht gestellt"

München - Das Ende der Biermösl Blosn könnte der Beginn für eine Zusammenarbeit von Dieter Hildebrandt und Hans Well sein. Kabarettist Hildebrand spricht über mögliche gemeinsame Auftritte.

Das Ende der Biermösl Blosn könnte der Beginn für eine Zusammenarbeit von Dieter Hildebrandt und Hans Well sein. Nachdem der Kopf des Brüder-Trios diese Überlegung bereits in unserer Zeitung äußerte, meldet sich jetzt Hildebrandt zu Wort: „Wir haben uns das in Aussicht gestellt – allerdings noch ohne Termin“, sagte der Kabarettist unserer Zeitung. Natürlich bedauere auch er, dass die Well-Brüder Hans, Michael und Christoph am 20. Januar 2012 in Fürth nach 35 Jahren ihr letztes Konzert als Biermösl Blosn spielen werden: „Das ist schade. Als Veranstalter würde ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Die Biermösls mussten ja nur sagen, dass sie irgendwo hinkommen – dann war der Saal schon ausverkauft.“ Alle drei Brüder wollen aber auch in Zukunft Musik machen – da sie einen Namen hätten, müsse man sich keine Sorgen machen, ist Dieter Hildebrandt überzeugt.

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Die Kabarett-Legende kennt die Stimmung, die innerhalb der Blosn geherrscht haben muss, aus der eigenen Karriere: „Wenn man als Gruppe den Zenit überschritten hat, ist es oft das Beste, in aller Freundschaft und, ja, Brüderlichkeit auseinanderzugehen“, sagt der Grandseigneur des politischen Kabaretts, Mitbegründer der Münchner „Lach- und Schießgesellschaft“ und langjährige Frontmann des ARD-„Scheibenwischer“. Möglich, dass das Trio erkannt habe, dass es „besser nicht mehr werden kann“. Allerdings sei ihm nicht klar gewesen, dass es jetzt zur Trennung kommt, räumt Hildebrandt ein. Deshalb seien seine Pläne für gemeinsame Abende mit Hans Well (Jahrgang 1953) noch völlig unkonkret: „Wir werden in Ruhe darüber reden. Ich habe ja noch ein paar Jahre Zeit“, erklärt der 84-Jährige lachend.

Wie berichtet, trennt sich die Biermösl Blosn nach dreieinhalb Jahrzehnten aufgrund von Meinungsverschiedenheiten: „Meine Brüder wollen in dieser Konstellation nicht mehr“, sagte Hans Well unserer Zeitung. Er selbst habe ein neues Programm – ohne Gerhard Polt – einstudieren wollen. Das sei Michael und Christoph zu viel Druck und Stress gewesen. Sie realisieren stattdessen unter der Regie von Franz Wittenbrink mit ihren Schwestern Bärbi, Moni und Burgi Well sowie Karli Well den Hausmusikabend „Fein sein, beinander bleibn“ an den Münchner Kammerspielen. Premiere ist im Februar.

Hans Well kann sich vorstellen, mit Hildebrandt zu arbeiten, den er sein „Vorbild“ nennt. Der Kabarettist und das Musik-Trio lernten sich in den Siebzigerjahren im Münchner Hofbräuhaus kennen, erzählt Hildebrandt: „Bei einer Protestveranstaltung gegen die bayerische Staatsregierung, die den Bayerischen Rundfunk ein bisschen unter ihre Kontrolle bringen wollte.“ Wer weiß, vielleicht schließen er und der älteste Well-Bruder an diese Zeit an? „Ich freu’ mich drauf, mich mit neuen Texten mit den gesellschaftlichen Veränderungen bei uns auseinanderzusetzen“, verspricht jedenfalls Hans Well.

Michael Schleicher

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