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Dieter Thomas Kuhn auf der Bühne beim Tollwood.

Konzertkritik

Dieter Thomas Kuhn verzaubert Tollwood - sogar mit A-Wort

Dieter Thomas Kuhn wird von seinen Fans als der „Engel der Liebe“ gefeiert. Sanft, charmant, lausbubenhaft. Doch bei seinem Tollwood-Konzert rutschte ihm das A-Wort heraus. Die Konzert-Kritik.

München - Der Mann kann anziehen, was er will, sogar im dunkelblau-grauen, hautengen Trainingsanzug, der seit 25 Jahren zum Ritual eines jeden Konzerts gehört, strahlt Dieter Thomas Kuhn (DTK) noch heute Erotik und Klasse gleichermaßen aus. 

Die Föhnwelle sitzt wie zu Beginn seiner Karriere, das lausbubenhaft-schelmische Grinsen, diese markante Nase, der erotische Augenaufschlag: Selbst mit jetzt 52 Jahren sorgt DTK immer noch dafür, dass am Samstagabend in der fast voll besetzten Musikarena beim Tollwoodfestival Frauen ab 35 kreischen wie junge Mädchen weiland bei den Backstreet Boys. 

Das Bäuchlein unter dem roten Glitzerhemd? Geschenkt! Denn das Allerschönste an Dieter Thomas Kuhn (DTK) ist ja: Er kann singen, was er will, er klingt einfach wundervoll. Gewürzt mit bester Instrumentenkunst der Bandmitglieder und gute Laune machender Choreografie ergibt das puren Schlagergenuss, pure Liebe! 

Ein scharfer Seitenhieb auf US-Präsident Trump

Singen und tanzen für den Weltfrieden! Scharfer Seitenhieb auf US-Präsident Trump inklusive, ein Mann mit schlechter Frisur, mit schlechten Manieren, analysiert DTK und fasst es mit dem A-Wort zusammen. Selbst dieses klingt aus dem Munde des Engels der Liebe sanft. Donald Trump würde wohl zustimmend lächeln. 

DTK-Shows laufen stets nach dem gleichen Schema ab: Zum Start erklingt Peter Frankenfelds „Musik ist Trumpf“ aus der Konserve, dann erscheint die singende Föhnwelle mit seiner „Kapelle“, wie er seine Band liebevoll nennt, und beide geben zweieinhalb Stunden lang Vollgas. Die Fans, ach was, die Jünger in bunter Hippie-Kleidung schwenken Sonnenblumen und singen voller Inbrunst und Lautstärke mit. 

Der Engel der Liebe.

Die Liedauswahl variiert von Tour zu Tour, Gassenhauer wie „Ti amo“ und „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ gehören zum Standardprogramm, neu bei der „Im Auftrag der Liebe, Teil 2“-Tour beim Tollwood-Auftritt 2017 ist unter anderem Peter Maffays „Über sieben Brücken musst du gehen“.

 Ganz am Ende erscheint DTK als Engel der Liebe mit weißem Feder-Mantel überm nackten Oberkörper vor seinen Jüngern. Seufz! „Wollen wir uns nächstes Jahr hier wieder sehen?“, ruft er ins Publikum. „Jaaaaa!!!“, schallt es aus tausenden Kehlen zurück. Pah! Nicht nur nächstes Jahr, die nächsten 25 Jahre! Ein Hoch auf die Liebe! Ein Hoch auf die vor 25 Jahren erschaffene Kunstfigur Dieter Thomas Kuhn! armin rösl

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