Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Direkt aus dem Herzen

- Es ist ein fast magischer Moment: Ganz allein sitzt Neil Young auf der Bühne im legendären Ryman Auditorium von Nashville. Die Zuschauerränge sind längst leer, während der berühmte Musiker am Ende des Abends ein letztes Lied spielt, dann die Gitarre einpackt und langsam im Dunkeln der Kulissen verschwindet. Intensive und emotionale Augenblicke gibt es viele in Jonathan Demmes neuem Konzertfilm über den großen Interpreten der der Rock- und Countrymusik.

Selbst wer sich nicht zu den Fans von Neil Young zählt, wird von den Emotionen und den lyrischen Songtexten gefangen genommen. Zehn Tage lang hat Demme ("Schweigen der Lämmer") Neil Young im August 2005 mit der Kamera begleitet - erst bei den Proben, dann bei zwei Konzerten, in denen Young sein neues Album "Prairie Wind" zum ersten Mal vor Publikum spielte.

Rund Über 100 Minuten zeigt Demme, der als nächstes einen Film mit Fats Domino plant, einen seiner Lieblingsmusiker ganz nah. Nur am Anfang kommen Youngs Freunde zu Wort. Die Country-Sängerin Emmylou Harris ist ebenso dabei wie der Keyboarder Spooner Oldham und der Gitarrist Grant Boatwright. "Ich wollte nur gut spielen und die Bühne mit meinen Freunden teilen, das Beste von mir geben", sagt Neil Young vor seinem Auftritt im Ryman Auditorium, wo schon Legenden wie Johnny Cash oder Hank Williams ihre Kunst darboten.

Anders als bei Demmes actionreichem Musikfilm "Stop Making Sense" über die Band Talking Heads sind die Bilder diesmal ruhig. Neun Kameras nehmen die Musiker ins Visier, zeigen ihre Gesichter, ihre Blicke. "Ich wollte nicht, dass etwas die Leute davon ablenkt, die Texte zu hören, die Geschichten aufzunehmen und die Gefühle zu erleben, die in diesen Liedern enthalten sind", erklärt Demme. "Wenn er diese Lieder singt, dann kommen sie direkt aus seinem Herzen."

Wer sich von dem Film einen Blick hinter die Kulissen der Musikerwelt erhofft, wird jedoch enttäuscht. Es ist ein reiner Konzertfilm. Innig besingt Neil Young alte, bodenständige Ideale: Heimat, Liebe und Familie und die Sehnsucht nach dem trauten Glück. Wenn Sängerin und Gitarristin Pegi Young neben ihren Ehemann Neil tritt und mit ihm singt, ist die Anziehung zwischen beiden zu spüren. Verständnisvoll lächeln sie sich zu, wenn Neil Young seiner Tochter, Anfang 20 und langsam flügge, das Lied "Here for You" widmet. Ein Teil der emotionalen Dichte des Films rührt wohl auch daher, dass Neil Young kurz zuvor ein lebensgefährliches Aneurysma im Gehirn entfernt worden war. In den Wochen zwischen der Diagnose und der erfolgreichen Operation hatte er das Album "Prairie Wind" geschrieben.

"Er sagte, er hätte sich früher wie ein Riese gefühlt, der große Schritte auf seinen Reisen macht", erinnert sich der Regisseur Jonathan Demme an ein Gespräch mit Neil Young. "Jetzt fühlt er sich wie ein Blatt, das auf einem Fluss treibt und überrascht ist von allem, was es dabei sieht.

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