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Christian Thielemann und die Stadt hatten sich Ende Juli überworfen.

Dirigent Thielemann vermisst Anruf aus München

München - Der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Christian Thielemann, vermisst im Streit um seine Vertragsverlängerung über das Jahr 2011 hinaus einen Anruf der Stadt.

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Über die Nachricht vom Mittwoch, dass die Stadt nach monatelanger Funkstille nun wieder mit ihm verhandeln wolle, sei er erstaunt gewesen, sagte Thielemann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Donnerstag. “Ich bin überrascht, dass ich diese Nachricht aus derZeitung erfahren musste. Wenn man bereit ist, wieder mit mir zu verhandeln, warum ruft man mich dann nicht direkt an?“

Das Münchner Kulturreferat kündigte am Donnerstag an, bald direkten Kontakt zu Thielemann aufzunehmen und ein Treffen zu vereinbaren. Am Mittwoch hatte die Stadt eine Mitteilung herausgegeben, in der sie ihre Bereitschaft zu neuen Gesprächen signalisiert hatte. Es sei völlig logisch, dass Thielemann nun angerufen werde. “Das hat sich wohl etwas überschnitten“, sagte ein Sprecher mit Blick auf die Vorwürfe Thielemanns in der FAZ.

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Thielemann und die Stadt hatten sich Ende Juli überworfen, weil im Vertragsangebot der Stadt ein Passus vorkam, mit dem der Chefdirigent nicht einverstanden war. Seitdem wird heftig über das Thema gestritten. Unter anderem möchte Thielemann das letzte Wort bei der Entscheidung über das Programm von Gastdirigenten haben. Die Stadt will dieses Recht dem Intendanten geben. Während die einen Thielemann als Sturkopf sehen, setzen sich namhafte Kollegen für ihn ein.

Die Bayerische Akademie der Schönen Künste etwa warf der Stadt am Donnerstag vor, Thielemann mit dem Gesprächsangebot zu demütigen. Da die Stadt wiederholt gesagt habe, der von Thielemann kritisierte Passus bleibe, wie er ist, habe sie sich in der Sache keinen Millimeter auf den Chefdirigenten zubewegt. “Man gibt sich also vonseiten der Stadt immer noch der Illusion hin, dass Thielemann diesem Angebot zustimmt“, heißt es in der Mitteilung der Akademie.

dpa

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