Dirigentenpult frei

- Christoph Poppen auf dem Weg in die große Symphonik? "Noch ist es nicht entschieden, aber es gibt intensive Verhandlungen", bestätigte der Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters gestern unserer Zeitung. Umworben wird Poppen von einem Orchester, das es noch gar nicht gibt. Es soll ein "länderübergreifendes" Ensemble werden, in dem Musiker aus dem Rundfunkorchester des Südwestrundfunks (SWR) und aus dem Symphonieorchester des Saarländischen Rundfunks (SR) sitzen.

Das aus Spargründen vom SWR zur Disposition gestellte Rundfunkorchester - spezialisiert auf leichte Muse und ansässig in Kaiserslautern - soll von 45 auf 30 Planstellen reduziert werden. Das Symphonieorchester des SR mit derzeit rund 80 Stellen soll zum neuen Klangkörper zirka 60 beisteuern. So wird mit rund 90 Musikern ein respektables Symphonieorchester entstehen. Da die Chefpositionen beider Ensembles momentan vakant sind, wäre der Platz am Dirigentenpult frei für Christoph Poppen.<BR><BR>Für den in vielen Sätteln erfolgreichen Musiker böte das SWR/SR-Orchester eine interessante Herausforderung. Poppen, der 1956 in Münster geboren wurde, begann seine Karriere als Geiger, gründete 1978 das Cherubini Quartett und wagte sich 1995 an die nächst größere Besetzung: Das Münchener Kammerorchester (noch bis 2006). Das gedieh unter seiner Leitung zu einem der interessantesten Orchester der Stadt.<BR><BR>Eins ist sicher, dem "werdenden" pfälzisch-saarländischen Rundfunksymphonieorchester könnte der musikantisch-agile, mitreißende Poppen ein eigenes Profil geben.

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