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Reich-Ranicki und Gottschalk in "Aus gegebenem Anlass"

Ranicki über Qualität im Fernsehen

Marcel Reich-Ranicki löst mit seiner Weigerung, den Deutschen Fernsehpreis anzunehmen, eine Diskussion über Qualität im Fernsehen aus.

Das Fernsehen ist unter Beschuss geraten - es geht um die Qualität. Der Literat Marcel Reich-Ranicki hat die Diskussion angestoßen, weil er den Deutschen Fernsehpreis mit dem Hinweis auf mangelnde Qualität ablehnte.

Darauf reagierte das Handelsblatt-Blog "Indiskretion Ehrensache" mit dem Hinweis, dass sich der Kritiker über etwas mokiere, das er jahrelang selbst getan habe. Nämlich kurz und häppchenweise im Fernsehen über etwas sprechen. Das "Literarische Quartett" war geprägt davon, bei der Preisverleihung taten es andere und Ranicki stieß sich daran.

Die NachDenkSeiten allerdings gehen auf die Reaktion der WDR-Intendantin Monika Piel ein und schlugen sich auf die Seite Ranickis, des Kritikers und Freigeistes.

"Aus gegebenem Anlass"

Am Freitagabend diskutierten Reich-Ranicki und "Wetten dass...???"-Moderator Thomas Gottschalk in der Sendung "Aus gegebenem Anlass" im ZDF über die Qualität im Fernsehen. Gottschalk schlug die 30-minütige Sendung bei der Preisverleihung des Deutschen Filmpreises am vergangenen Wochenende zur Güte vor. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier bemängelt in seinem Blog, das ZDF habe die Momente der Preisverleihung, auf die sich der 88-Jährige bezog, für den Zuschauer herausgeschnitten. Deshalb könne dieser sich kein Urteil über die Rechtmäßigkeit von Ranickis Wutausbruch erlauben. Mehr dazu bei DWDL, www.dasmedienmagazin.de.

Die Sendung wurde vorab aufgezeichnet und es gab noch vor Freitagabend Reaktionen darauf:

So schrieb das ZDF, Ranicki gab dem Fernsehen auf, sich mehr Mühe zu geben. Gottschalk wies darauf hin, dass das Fernsehen Ranicki erst bekannt gemacht habe.

Die Zeit schreibt, der Literat bemängele, dass die Qualität des Fernsehens während der Verleihung nicht zum Vorschein gekommen sei. ARD-Programmdirektor Günter Struve sagte, das Niveau sei seit 20 Jahren nicht gesunken.

Der Focus berichtet, das ZDF ziehe inzwischen in Erwägung Elke Heidenreichs Vertrag für die Sendung "Lesen!" Ende des Jahres nicht mehr zu verlängern. Grund ist ihr Beitrag in der FAZ zu Beginn der Woche indem Sie schrieb, sie schäme sich beim ZDF zu arbeiten und man solle sie doch rausschmeißen.

Die Blogosphäre

Schnell schwappen Diskussionen über die Qualität auf verwandte Medien über. So auch im aktuellen Fall.

Das Blog Medienlese hat sechs kritische Beiträge zum Thema zusammengesucht. Weiterhin kritisiert Medienlese Kurt W. Zimmermanns so genannte "Bullshit-Medienkolumne" in der Weltwoche. Der Beitrag ist eine Antwort auf die Kolumne Zimmermanns über "Das Blogismus-Problem".

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