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Django 3000 in der Muffathalle.

In der Muffathalle

Django 3000: Der Kessel kocht!

München - Die Muffathalle rockte und tobte - und Schuld daran war die Gipsy-Rock-Band Django 3000. Das Publikum tanzte zu alten und neuen Songs.

Über zwei Stunden den Kessel am Kochen halten und das Publikum zum Tanzen bringen – von der ersten bis zur letzten Reihe? Für Django 3000 ein Kinderspiel. Der Kessel ist die volle Muffathalle.

Die Bonaparty (so der Titel des letzten Studioalbums) hatte einen besonderen Anlass: Die Djangos bringen ihre erste Live-CD heraus, die Fans konnten sie noch am gleichen Abend vor Ort kaufen – und seit Freitag ist sie im Handel.

Die Show der Djangos ersetzt sie freilich nicht. Wo sonst Gitarristen ihr Ins­trument am Nacken spielen oder am Gurt um den Körper schwingen, ist es hier Michael Fenzl, der seinen Kontrabass über den Kopf wirbeln lässt oder als Podest missbraucht. Django 3000 sind schlau genug, zwischen den Gipsy-Rock-Stampfern auch nachdenkliche Stücke zu streuen, damit ihre Fans Kraft tanken können.

Klar warten viele auf Heidi, der dann als erste Zugabe kommt. Doch die neuen Songs zeigen klar: Die Djangos haben sich weiterentwickelt und könnten vor allem live bei jedem Indie-Festival auf der Welt auftreten. Ihr Gipsy-Rock baut auf das ultrafette Rhythmus-Fundament des lückenlos verzahnten Bass-Schlagzeug-Teams von Michael Fenzl und Jan-Philipp Wiesmann auf, erreicht mit Florian Starflingers Geige zwischen Mozart und Jean-Luc Ponty einen progressiven Touch und hat mit Kamil Müllers knurrigem Gesang eine Stimme, um die sie jede Rockband beneidet. Als die Djangos das Feuer unterm Kessel ausklingen lassen, ist das Publikum glücklich und müde. Recht so!

Antonio Seidemann

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