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Donna Leon

Donna Leon beim Literaturfest

München - Wie eine Märchentante sitzt sie da auf der Bühne des Münchner Künstlerhauses. Mit einer warmen und herzlichen Stimme liest Donna Leon im Rahmen des Literaturfests in München aus ihrem aktuellen Brunetti-Roman „Schöner Schein“.

Manchmal auch wild-elegant gestikulierend, sogar ein Dackelknurren macht sie nach. Oder sie erzählt aus ihrem neuesten Buch „Tiere und Töne: Auf Spurensuche in Händels Opern“. Erzählt Geschichten, wie sich vor 2000 Jahren die Herrscher die Welt vorgestellt hatten. Über das Einfangen von Babytigern und Elefanten beispielsweise. Oder über Bienen, die angeblich in Ochsen geboren werden. „Man muss also nur auf einen schlagen, schon kommen Bienen heraus. Und dann gibt’s Honig“, sagt Donna Leon und lacht. So etwas gefällt der Tierliebhaberin – aber ihrem Patenkind, ein Nilpferd aus Wien, nicht. „Es hat seinen Bruder vor vier Jahren gefressen!“, erzählt sie entsetzt.

Persönliches gibt die Schriftstellerin an diesem Abend nicht preis, die Amerikanerin trennt da genau. Deswegen erscheinen ihre Brunetti-Romane auch nicht auf Italienisch. Sie lebt schließlich in Venedig. Deswegen redet sie mit Freunden auch nie über ihre Bücher. In München dagegen schon. Irgendwann ist die „Märchenstunde“ mit Donna Leon vorbei, und die Signierstunde muss vom Gang in den Saal verlegt werden. Eine bessere Werbung für ihre Romane konnte sie nicht machen.

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