Drahtiger Bruckner

- Ein ungewöhnliches Programm, ein seltener Gast: Dennis Russell Davies spannte im Münchner Gasteig den Bogen von der frühen venezianischen Mehrstimmigkeit über die Wiener Klassik bis hin zu Bruckners kontrapunktischer Dichte im Finale seiner ersten Sinfonie in c-moll. Dass die Philharmoniker ein ausgezeichnetes Bruckner-Orchester sind, beweisen sie immer wieder. Auch wenn ein Dirigent einen anderen Weg zu Bruckners sinfonischen Welten einschlägt als ihr verstorbener Meister Celibidache, der sie in langen Jahren prägte.

<P>Davies - seit 2002 Chef des Linzer Brucknerorchesters - ging die Erste federnd, drahtig an und hielt die willigen Philharmoniker, bei aller opulenten Entladung in den Ecksätzen, zum stets schlanken Klang an. Ein bewegtes Fließen zeichnete das Adagio aus, dann entfachte Davies das Scherzo, und das Ensemble machte es zum brillanten Herzstück der Symphonie.</P><P>Im lockeren, handfest akzentuierten Kopfsatz von Haydns Sinfonia concertante für Oboe, Fagott, Violine und Violoncello musizierten die Philharmoniker mit ihren solistischen Kollegen Ulrich Becker, Lyndon Watts, Julian Shevlin und Michael Hell. Geschmeidig gelang vor allem das Andante. Im Finale offenbarten vor allem die beiden Streicher, wie verteufelt schwer dieser Haydn ist. Gabrielis Mehrchörigkeit (aus dem 16. Jahrhundert) münzte sein italienischer Landsmann Bruno Maderna bei "In ecclesis" in orchestrale Mehrstimmigkeit mit herrlichen Lichtwechseln um. Mit Erfolg, wie die große Philharmoniker-Besetzung zeigte. Das Publikum reagierte begeistert.</P>

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