Das dramatische Licht der Welt

- Die Niederlande im Rembrandt-Fieber: Ein ganzes Jahr lang soll der geniale Maler und vielleicht berühmteste Sohn des Landes gefeiert werden. Am 15. Juli ist der 400. Geburtstag des Künstlers aus dem "goldenen" 17. Jahrhundert, und ganz 2006 wurde zum Rembrandt-Jahr erklärt. Die Schirmherrschaft hat Königin Beatrix übernommen. Städte, Museen und Tourismusbüros rühren schon kräftig die Werbetrommel.

Im Museum Lakenhal eröffnete die Königin eine Ausstellung mit Bildern Rembrandts von seiner Mutter. In der malerischen, typisch holländischen Stadt Leiden am alten Rhein hatte der Müllerssohn Rembrandt van Rijn das Licht der Welt erblickt. Und Licht wurde zu einem zentralen und aufregenden Mittel seiner Malkunst. Mit den Gegensätzen von Hell und Dunkel setzte Rembrandt seine Gestalten in Szene, Licht und Schatten beherrschte er wie kaum ein anderer.

Einer dieser anderen war Michelangelo Merisi Caravaggio. Und schon jetzt verspricht eine Ausstellung mit vielen Bildern der beiden barocken Künstler zu einer Schau der Superlative zu werden. Sie ist vom 24. Februar bis zum 18. Juni im Amsterdamer van-Gogh-Museum zu sehen. Rembrandt hat den Italiener nicht gekannt, aber sicher von dessen Werk gewusst.

Das Rijksmuseum in Amsterdam, geradezu eine Rembrandt-Bastion, holt - so die Eigenwerbung - "das Schönste vom Schönsten" aus seinen Schatzkisten. Nicht nur Rembrandt, auch Frans Hals, Jan Vermeer und andere "Publikumslieblinge" werden das ganze Jahr über unter dem Titel "die Meisterwerke" präsentiert. Der Mittelpunkt bleibt natürlich Rembrandts vielleicht berühmtestes Bild, "Nachtwache". Der britische Regisseur Peter Greenaway macht dazu einen Film, der im Sommer dort gezeigt wird.

Rembrandt-Fans und Neugierige sollen sich aber nicht nur an spektakulärer Kunst erfreuen. Sowohl in Rembrandts Geburtsstadt Leiden als auch in seinem langjährigen Wohnort Amsterdam gibt es mit oder ohne Führung organisierte Spaziergänge zu den Stationen seines Lebens. Dazu zählt in der Stadt an der Amstel an erster Stelle sein ehemaliges Wohnhaus in der Jodenbreestraat, das heutige Rembrandt-Museum. Dort führte der Meister ein nicht unbedingt vorbildliches Leben, das auch über seine finanziellen Möglichkeiten ging. Weil er das Haus schließlich versteigern lassen musste, wurde ein genaues Inventar erstellt. Der Pleite des Malers ist es also zu verdanken, dass man noch heute weiß, wie es bei ihm daheim aussah.

Keine Frage, dass Hoteliers und Gastwirt mit all diesen Attraktionen auf kräftige Umsätze hoffen. Zum Kulturereignis des Jahres erwartet die niederländische Tourismuswirtschaft 250 000 Rembrandt-Reisende aus aller Welt.

www.rembrandt400.nl

In München ist Rembrandt immer präsent mit vielen vorzüglichen Bildern in der Alten Pinakothek. Die Graphische Sammlung zeigt in der Pinakothek der Moderne ab 21.2. Meisterblätter aus ihrem eigenen Besitz.

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