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Die Puppenspieler: (v. l.) Sascha Alexander Gersak, Drehbuchautor Jürgen Schlagenhof, Produzentin Barbara Thielen, Herbert Knaup, Helen Woigk, Samuel Schneider, Regisseur Rainer Kaufmann, Stephanie Heckner (BR), Drehbuchautorin Kathrin Richter und Producer Matthias Adler.

Geschichte von Jakob Fugger

Dreharbeiten in Garmisch: Mit den Fuggern über die Alpen

Garmisch-Partenkirchen - In Garmisch-Partenkirchen dreht Regisseur Rainer Kaufmann einen Historienfilm, der in die Renaissance entführt.

Bei Film und Fernsehen wird vor allem eines: getrickst. Wer sich vor kurzem den Hollywoodfilm „Big Game“ im Kino angeschaut hat, der meinte, Samuel L. Jackson durchs finnische Gebirge irren zu sehen. Gedreht wurde das Action-Spektakel aber nicht in Skandinavien, sondern unterhalb der Alpspitze in Garmisch-Partenkirchen. Und auch in dieser Woche wird der 2628 Meter hohe Berg wieder zu einem Filmset.

Regisseur Rainer Kaufmann („Operation Zucker“) dreht dort eine ganze Alpenüberquerung. Die ersten Aufnahmen entstanden am Berg gegenüber, dem Wank, wo Kaufmann gestern sein Projekt „Die Puppenspieler“ vorgestellt hat.

In dem Zweiteiler wird die Geschichte des Augsburger Kaufmanns Jakob Fugger, gespielt von Herbert Knaup, erzählt. Im Jahr 1484 gibt es im dunklen Mittelalter Hoffnung – die Renaissance bricht an. Doch Hexenverfolgung, Folter und Tod gehören weiterhin zum Alltag. Das muss Klosterschüler Richard (Samuel Schneider) bitter erfahren: Seine Mutter wird verbrannt. Der junge Mann sinnt auf Rache, bis er Fuggers Ziehsohn wird. Beide machen sich in Richtung Rom zur Papstwahl von Kardinal Borgia auf – die der Geschäftsmann und Bankier zu seinen Gunsten beeinflussen will.

„Der Film ist eine Zeitreise, in der das Weltgeschehen mit privaten Geschichten verwoben wird“, erklärt Kaufmann. Die Drehbücher von Kathrin Richter und Jürgen Schlagenhof basieren auf dem ebenso dicken wie erfolgreichen Roman von Tanja Kinkel. Er wird in zweimal 90 Minuten als „historischer Event-Zweiteiler“ gezeigt. So jedenfalls nennen die Produzenten ihr Projekt, das bereits seit 13 Jahren in der Planung war.

Wie teuer der Film ist, der in der ARD zu sehen sein wird, darüber sagen die Verantwortlichen nichts. Nur so viel: „Er sieht doppelt so teuer aus, wie er ist“, sagt Kaufmann mit einem Lachen. In seiner Oktoberfest-Lederhose und mit einem Strohhut auf dem Kopf verströmt er trotz aller Dreharbeit Urlaubsstimmung. Ganz anders Knaup, der seit Jahren mit dem Regisseur bei den „Kluftinger“-Krimis zusammenarbeitet – dem Schauspieler sieht man an diesem sonnigen Nachmittag die körperliche Anstrengung an. Er schwitzt in seinen schweren Renaissance-Roben. Und dann stehen auch noch Reitszenen auf dem Programm. Samt Pferden und Ochsenfuhrwerk wird an diesem Tag an der Alpspitze gedreht.

Übrigens ist das nicht der einzige Ort, mit dem die Filmemacher schwindeln. Augsburg haben sie in ein tschechisches Dorf nahe Prag verlegt, weil die heutige Stadt eben nicht mehr so aussieht wie zum Ende des 15. Jahrhunderts, in dem der Film spielt. Weitere Schauplätze liegen in der Toskana. Gedreht wird insgesamt drei Monate lang: In Garmisch-Partenkirchen stehen Tag 50 bis 56 auf dem Programm.

Wann die Geschichte von Jakob Fugger im Fernsehen zu sehen sein wird, ist noch unklar. Einen Sendetermin für die Zeitreise in die Renaissance gibt es bisher nicht.

Nadja Hoffmann

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