Drei in Paris gestohlene Picasso-Werke wieder da

Paris - Französische Ermittler haben drei gestohlene Werke von Pablo Picasso im Wert von mehr als 50 Millionen Euro aufgespürt. Von den beiden festgenommenen Tätern sei einer, ein 54-jähriger Mann, der Polizei als Hehler von Kunstobjekten bekannt gewesen, berichtete die Zeitung "Le Figaro".

Die Bilder - zwei Gemälde und eine Zeichnung - waren im Februar aus der Wohnung der Picasso-Enkelin Diana Widmaier-Picasso in Paris entwendet worden. Die Kunstdiebe wollten offensichtlich die nicht versicherten Gemälde gerade an einen Interessenten verkaufen, als die Ermittler sie am Dienstag nahe dem Triumphbogen an den Champs-Élysées stellten.

Ein Anwalt der Picasso-Enkelin bestätigte, dass die Werke in einem guten Zustand seien. Bei den Gemälden handelt es sich um ein Ölbild der Picasso-Tochter Maya ("Maya mit der Puppe" von 1938) sowie um ein Porträt der zweiten Picasso-Ehefrau Jacqueline von 1961. Sie konnten auf dem Kunstmarkt offensichtlich wegen ihrer Bekanntheit nicht verkauft werden. Die Bilder lagen, fein säuberlich eingerollt, auf dem Rücksitz eines Kleinwagens. Die Ermittler wollen jetzt vor allem wissen, an wen die Täter die weltbekannten Gemälde des Spaniers verkaufen wollten.

Das Verschwinden der drei Werke hatte der Pariser Polizei Rätsel aufgegeben, auch weil es keine Spuren eines Einbruchs gab. Es wurde vermutet, dass die Täter intime Kenntnis der Wohnung der Picasso-Enkelin hatten. Die Werke des Jahrhundertkünstlers gehören zu den teuersten der Welt. Bei seinem Tod 1973 hatte Picasso nahezu 1900 Gemälde und 7000 Zeichnungen hinterlassen. Dazu kamen noch Tausende anderer Werke. 569 der Werke von Pablo Picasso gelten als vermisst.

Erst am vergangenen Sonntag waren bei einem spektakulären Kunstraub aus einem Museum in Nizza vier Gemälde der französischen Impressionisten Alfred Sisley und Claude Monet sowie von Jan Brueghel dem Älteren gestohlen worden. Weil auch diese Werke bekannt sind, dürften die Täter sie nur schwerlich auf dem legalen Kunstmarkt loswerden. Die Ermittler schließen deshalb nicht aus, dass es sich bei diesem Kunstraub um eine "Auftragsarbeit" für einen kriminellen Sammler gehandelt haben könnte, der die Werke "bestellt" habe.

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