Der Drittschönste des Universums

- "Ich bin nicht wie viele meiner Kollegen auf der Suche nach dem ewigen Jungbrunnen. Ich möchte so aussehen wie Picasso und Hitchcock - ein alter Mann mit einem großartigen Gesicht. Beide hatten Appetit auf Arbeit, und die spiegelt sich in ihren Zügen wider".

Sean Connery äußert damit keinen frommen Wunsch, sein Leben ist durch Arbeit, Fleiß und Ehrgeiz gekennzeichnet. Das wird in dem Porträt "Sean Connery. Sein Leben, seine Filme" von Siegfried Tesche, das zu Connerys morgigem 75. Geburtstag in neuer, überarbeiteter Auflage erschien, ausführlich dokumentiert.

Das Buch legt den Schwerpunkt auf die Filmografie und bietet ein zuverlässiges Nachschlagewerk. In einer differenzierten Darstellung - Inhalt, Hintergrund, Dreharbeiten und -orte, Budget, Premiere sowie Kritik - dreht sich der erste Teil um Connerys Leinwandauftritte von 1957 bis 2003. Zahlreiche Bilder und Fotos illustrieren die Seiten, die Auskunft darüber geben, wann er Oscar und Golden Globe erhalten hat oder warum er nach sieben Jahren James-Bond-Abstinenz mit "Sag niemals nie" zurück in die Rolle schlüpfte, die ihn international berühmt gemacht hatte. Weitere Details, seien es Besucherzahlen, Einspielergebnisse oder Gagen, sind zusammen mit einer Kurzbiografie im Anhang aufgelistet.

Connery, der bekennende Schotte, stammt aus Edinburgh. Mit 15 verließ er die Schule, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bis er kleine Rollen als Gangster in britischen Filmen bekam. 1953 gewann er die Bronzemedaille beim Mister-Universum-Wettbewerb in London, fünf Jahre später spielte er an der Seite von Lana Turner seine erste Hauptrolle in "Herz ohne Hoffnung". Durch seine sechs James-Bond-Filme wurde Connery zur Legende. Welterfolge feierte er aber auch in der Gangstersaga "Die Unbestechlichen" oder als Mönch in "Der Name der Rose".

Der Privatmensch Connery tritt dann im zweiten, weit kürzeren Teil des Buches in den Vordergrund. Informationen aus erster Hand liefert eine Zitatensammlung des Künstlers, bevor kuriose Falschmeldungen ("Sean Connery ist überzeugt davon, Herrscher eines afrikanischen Stammes gewesen zu sein - er lebte im tiefen Dschungel.") das Buch abschließen.Nina Möller

Siegfried Tesche: "Sean Connery. Sein Leben, seine Filme". Henschel Verlag, Berlin, 216 Seiten; 19,90 Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Merkur-Konzertabo für unsere Leser
Die Jubiläums-Saison hat es in sich: Zum zehnten Mal bietet der Münchner Merkur mit dem BR-Symphonieorchester ein Konzert-Abonnement an.
Das Merkur-Konzertabo für unsere Leser
Sunrise Avenue sorgen für Pop-Rock-Party auf dem Königsplatz und machen Fans selig
Am Freitagabend wurde Münchens Innenstadt mit hörbarer Spielfreude auf die finnische Art beschallt - denn die nordische Band Sunrise Avenue brachte den Königsplatz zum …
Sunrise Avenue sorgen für Pop-Rock-Party auf dem Königsplatz und machen Fans selig
David Lynch – Hollywoods Rätselhaftester
Die Münchner Galerie Karl Pfefferle zeigt Lithografien und Holzschnitte des Künstlers und Filmemachers David Lynch (“Twin Peaks“). Wir haben die Ausstellung im …
David Lynch – Hollywoods Rätselhaftester
Waltraud Meier: „Ich will intelligent gefordert werden“
Ein letztes Mal kehrt Waltraud Meier zu den Bayreuther Festspielen zurück - nach 18 Jahren Abstinenz. Ein Gespräch über ihr Comeback, den Abschied von Rollen und über …
Waltraud Meier: „Ich will intelligent gefordert werden“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.