Dunkle Vernunft

- Was bleibt den Salzburger Festspielen nach dem Mozart-Spektakel in diesem Jahr? Seine Geschichten "weiter zu schreiben", wie es Jürgen Flimm, der neue Intendant gestern formulierte. "Nachtseite der Vernunft" hat er seinem ersten Festival-Programm als Motto mitgegeben, was er mit der fragwürdigen Vernunft-Vorstellung der Aufklärung begründet: "Wir wissen, dass die Vernunft gar nicht so hell ist, wie wir sie gern hätten."

Mit fünf Opernpremieren warten die Festspiele im nächsten Sommer auf. Neu sind Glucks "Armida" (Dirigent: Ivor Bolton; Regie: Christof Loy), Tschaikowskys "Eugen Onegin" (Daniel Barenboim, Andrea Breth, Titelpartie: Peter Mattei), Webers "Freischütz" (Markus Stenz, Falk Richter, in den Hauptrollen Peter Seiffert und Petra-Maria Schnitzer), Berlioz‘ "Benvenuto Cellini" (Valery Gergiev, Philipp Stölzl, es singen Neil Shicoff und Vesselina Kasarova) sowie die Uraufführung von Ian Fabres "Requiem für eine Metamorphose". Wiederaufgenommen werden Mozarts "Figaro" (nicht mit Anna Netrebko, dafür mit Diana Damrau als Susanna, Dirigent: Daniel Harding) und die Marionettentheater-Produktion "Der Schauspieldirektor/ Bastien und Bastienne".

Der neue Schauspielchef Thomas Oberender möchte mit einer Molière-Collage an den "Schlachten!"-Erfolg anknüpfen, Regie führt wieder Luk Perceval. Barbara Frey inszeniert Heiner Müllers "Quartett" (mit Barbara Sukowa), Christiane Pohle wurde für Thomas Bernhards "Ein Fest für Boris" engagiert. Und Christian Weise bringt Shakespeares "Sommernachtstraum" auf die Bühne (unter anderem mit Michael Maertens und Robert Hunger-Bühler). Neue Buhlschaft im "Jedermann" ist, wie bereits berichtet, Marie Bäumer.

Für den Konzertbereich zeichnet erstmals Markus Hinterhäuser verantwortlich, der drei Schwerpunkte setzt: Robert Schumann, Giacinto Scelsi und die mehrwöchige Präsenz von Barenboims "West-Eastern Divan Orchestra".

Nähere Informationen zu den Kartenbestellungen und zum Spielplan unter www.salzburgfestival.at

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