Durch Beethoven zur Musik

- Komponist, Dirigent, Widerstandskämpfer und Politiker: All das vereint Mikis Theodorakis, der morgen 80 Jahre alt wird. Das Dirigieren hat er inzwischen aufgegeben. Mikis, wie jeder in Griechenland ihn nennt, wirkt jedoch immer noch jung, wenn er sich mit leuchtenden Augen zu politischen Themen äußert. Zur Musik kam der 1925 auf der Ägäisinsel Chios geborene Theodorakis durch einen Film über Beethoven. "Ich sah den Film zusammen mit meinem Vater. Ich war fasziniert", erzählte er. "Ich bat Vater, der beruflich nach Athen fuhr, mir alles zu bringen, was er über Musik finden konnte."

Später studierte er Musik am Athener Konservatorium. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er Widerstandskämpfer. Beim Bürgerkrieg (1947-1949) war er auf Seiten der Linken. Er wurde verbannt. Als Komponist wurde Theodorakis weltbekannt mit der Filmmusik zu "Alexis Zorbas" Anfang der 60er-Jahre. Danach kämpfte er gegen die Obristenjunta in Griechenland (1967-1974). Er wurde festgenommen, gefoltert und lebte bis 1974 im Pariser Exil. Dort komponierte er "Axion Esti", "Das Lied vom Toten Bruder" und den "Canto General".

1974 kehrte er in seine Heimat zurück und startete ein politisches Wechselspiel ohne Gleichen: Theodorakis wurde Abgeordneter für die Kommunisten, später für die Konservativen. Danach näherte er sich den Sozialisten an. Theodorakis ist, wie man in Athen sagt, die Stimme des Volkes, stets kämpft er gegen anmaßende Autorität und Unrecht. Auch als Musiker ist er nach wie vor anerkannt: Zu seinen Ehren gibt es in diesem Jahr im ganzen Land rund 150 Konzerte.

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