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Eigensinnige Fröhlichkeit

- In den Ausstellungsräumen der "Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst" in München (Wittelsbacherplatz 2) steht die Welt derzeit Kopf: Katakomben fliegen. Die Erdkugel, Planeten und Monde haben Engelsarme und Beine bekommen. Häuserfassaden, Bäume und Schulen tanzen im Kreis, bilden einen Relief-Reigen von bunter, schroffer Oberflächenstruktur.

<P>"Bescherung", so lautet der Titel der Schau des Bildhauers Thomas Virnich. Und tatsächlich bereiten seine aktuellen "Kapellen, Figuren und Landschaften" dem Betrachter eine Bescherung - eine schöne. Ein eindrucksvolles Geschenk, verpackt in ungewöhnlich eigensinnige Fröhlichkeit, die oftmals fehlt am düster-modernen Kunsthimmel. <BR><BR>Virnich, eine internationale Kunstgröße, splittert auf, geht in die Tiefe, baut und setzt wieder zusammen. Der Werkstoff: "Chaosmaterial", wie er es nennt. Holz, Pappe, Draht, Kunststoff. Bemalt, besprenkelt, gelötet, geleimt. <BR><BR>Zusammengesuchte, beschädigte Materialien also, die er in der vermeintlichen Regellosigkeit von Form und Farbe zu einem runden Ganzen verdichtet. Die Wirkung ist kompakt und feingliedrig zugleich. Wie es das "Stadthaus in Soller" zeigt: Die 50 Zentimeter hohe und über einen Meter lange "Bruchbude" voller Charme und Patina funktioniert ganz nach einem Puppenhaus- und Setzkastenprinzip. Es ist ein dreidimensionales Puzzle von Raumelementen, Balkonen und Geländern, das Durchblicke gewährt bis tief in das letzte Papp-Wohnmodul. Dabei ist Virnichs eigenwillige "Handhabung" von Architektur wörtlich zu nehmen. Er nimmt nämlich die Welt in die Hand und macht Alltag für den Betrachter handhabbar. Und wir sind auch versucht, das, was unter seinen Händen entsteht, selbst anzufassen und zu ergründen. <BR><BR>Was den Ausstellern von Virnichs Werk in München gelingt, ist, eine spezielle Kunstauffassung von Oberflächen und Tiefenschichten dezent didaktisch nachvollziehbar zu machen. So beim Gegensatz der früheren Keramik "Mailänder Dom" und dem "Großen Globus" aus Pappe. </P><P>Hier beherrscht noch festes Volumen die Skulptur, dort kann man in die Erdteile einer Kugel hineinsehen. Auch vor einer weiteren Werkgruppe (den in Bronze gegossenen Kuppeln, Kreuzgängen und Kirchenschiffen) macht Virnichs Verfahren der Dekonstruktion als Konstruktion keinen Halt. Der "Petersdom" formt sich nach seiner Auseinandersprengung zur Ente. "Wo hört unsere Welt auf, wo sind die Sterne, wo ist das Weltall zu Ende? Wenn man nach Innen geht, wo geht es da zu Ende?", fragt Virnich. <BR><BR>Bis 2. Februar 2003, Tel. 089/28 25 48. <BR></P>

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