Eigentlich kann man Fußball nur singen

- "Ich bin dem Stückl mein ganzes Leben lang dankbar für diesen ,Jedermann": Jürgen Flimm, ehemals Schauspielchef der Salzburger Festspiele, sparte nicht mit Komplimenten für den Hausherrn, als er jetzt im Münchner Volkstheater werbewirksam für die von ihm zu verantwortende RuhrTriennale 2005 trommelte (20. August - 16. Oktober).

<P>Dass Flimm, dieser Bühnenboss mit den Qualitäten eines Alleinunterhalters, sein umfassendes Programm in der Isar-Metropole präsentierte, dafür gibt es mindestens drei Gründe. Erstens weiß er, dass Bayerns Bürger besonders theaterliebend und daher neugierig und reiselustig sind. Zweitens gibt es bei der Ruhr-Triennale eine Koproduktion mit dem Münchner Volkstheater: Stückl wird mit seinem Ensemble und Gästen in der Jahrhunderthalle Bochum "Das Märchen vom Schwamm" nach Motiven von Hans Christian Andersen herausbringen (10. 9.); eine Inszenierung, die anschließend nach München wandert.<BR><BR>Der dritte Grund für Flimms hiesigen Auftritt ist Moritz Eggert. Der junge Münchner Komponist schreibt - ebenfalls für die Bochumer Jahrhunderthalle - das Fußballoratorium "Die Tiefe des Raumes" (11. 9.). Dieses Werk ist offizieller Beitrag des Kunst- und Kulturprogramms zur WM 2006.<BR><BR>Flimm, der Ball-Narr: "Eigentlich kann man Fußball nur singen." Und das tat dann auch ohne Scheu Moritz Eggert, eine Arie nach der anderen schmetternd, die Koloraturen des Reporters, die tragischen Töne der Spieler usw. Trotz des Heiterkeitserfolgs garantiert er: "Das wird eine ganz ernste Geschichte."<BR><BR>Weitere Uraufführungen: Auftragswerke von Theaterleuten selbst, von Andrea Breth ("Nächte unter Tage"), von Sven-Eric Bechtolf ("Steine und Herzen" - eine Erkundung zur Entstehung der Alpen) oder von Hans Neuenfels ("Schumann, Schubert und der Schnee").<BR><BR>Und irgendwie lässt sich alles unter das Motto der RuhrTriennale pressen: Romantik. Die jedenfalls strahlen allein schon die riesigen alten, stillgelegten und zu wunderbaren Spielräumen umfunktionierten Industriehallen aus - wie z. B. die Kokerei Zollverein Essen oder die Kraftzentrale Duisburg-Nord. Darin werden aufgeboten Schauspiel - als Schwerpunkt eine Hommage an Regisseurin Breth -, Musik, Tanz, Kinderprogramm. Mit eigenen musikalischen Projekten sind die Schauspieler Barbara Sukowa und Tobias Moretti vertreten, mit einem Schauspielmonolog dagegen der Sänger Thomas Hampson.<BR><BR>Insgesamt 25 Produktionen, 118 Vorstellungen, 55 000 Plätze; über 700 Künstler aus mehr als 20 Ländern - von Deutschland bis Kongo und Usbekistan.</P><P>Infos: www.ruhrtriennale.de<BR><BR>Ticket-Hotline: 0700 20 02 34 56</P>

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