Eine Ausstellung für den Kini

Bis zum Jahrestag des Todes sind es noch drei Jahre hin. Aber schon jetzt wird das 125. Todesjahr von Ludwig II. im Jahr 2011 gründlich vorbereitet  mit einer Landesausstellung auf Schloss Herrenchiemsee.

Bei der wichtigsten Frage scheint unter den Ausstellungsmachern noch keine Einigkeit zu herrschen. Auf die Frage, wie denn der Tod Ludwig II. dargestellt werden wird, druckst Richard Loibl jedenfalls seltsam herum. "Es gibt ja verschiedene Thesen, die werden wir uns anschauen", sagt der Direktor des Hauses der bayerischen Geschichte. Und dass sich die Wissenschaftler erst selbst ein Urteil bilden müssten. Aber vielleicht, sagt Loibl vorsichtig, werde das "nicht einhellig" ausfallen.

Nun denn: Egal, ob nun Ludwig am 13. Juni 1886 durch Mord, Selbstmord oder sonstwie dahin gemeuchelt wurde, Guglmänner, Monarchisten und natürlich die historisch Normalgesinnten aller Welten werden dem Jahr 2011 entgegen fiebern: Zum 125. Jahrestag des Todes unternimmt die Bayerische Schlösserverwaltung zusammen mit dem Haus der bayerischen Geschichte den Versuch, dem Phänomen des "mad lou" (wie ihn die Amerikaner nennen) auf den Grund zu gehen. Ludwig II. sei schließlich "die weltweit bekannteste Persönlichkeit aus Bayern, sogar vor Franz Josef Strauß", wie Kunstminister Thomas Goppel sagt.

"Götterdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit" ist der Titel der Ausstellung, die in dem unvollendet gebliebenen nördlichen Flügel von Schloss Herrenchiemsee sozusagen uraufgeführt werden soll. Historiker Loibl verspricht eine Ausstellung, "die hinter die Klischees" schaut. Dazu beitragen werden auch 3 D-Projektionen von Gerhard Hirzinger der Professor für Robotik hat in der Vergangenheit schon einige nicht verwirklichte Bauten per Computersimulation sozusagen zum Leben erweckt, etwa einen chinesischen Sommerpalast oder Schloss Falkenstein im Allgäu, wo real außer einer Straße und einer Wasserleitung nichts zustande kam. Solche Simulationen, die Hirzinger auf einer DVD schon einmal zusammenstellte, sollen 2011 einem breiten Publikum präsentiert werden.

Bestaunenswert an sich dürften aber auch die bloßen Räume der Ausstellung werden. Sie befinden sich nämlich im Rohbauzustand und werden bis jetzt nur als Lagerflächen genutzt. Für die Landesausstellung indes sollen die bis zu zwölf Meter hohen Säle eine technische Grundausstattung erhalten und dann auch dauerhaft für künftige Ausstellungen genutzt werden. "Sie behalten ihren überaus eindrucksvollen Charakter als Rohbauten", versichert Finanzstaatssekretär Georg Fahrenschon. Auch ein behindertengerechter Aufzug wird eingebaut vier Millionen Euro sind bewilligt.

Übrigens soll der Zugang zur Ausstellung über die einstige Schauseite des Schlosses erfolgen (die heutige prächtige Schauseite war ursprünglich einmal die Rückseite). Dazu wird derzeit der sogenannte Marmorhof saniert. Die Schlösserverwaltung verspricht für die Zukunft "eine Gleichwertigkeit beider Fassaden" Gerechtigkeit also für Ludwigs Bauten, Gerechtigkeit für den Kini.

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