Eine Geschichte um das Theater im Theater

- Wer zahlt schafft an, und so wünscht der reiche Wiener Herr, seinen Gästen nach dem ersten Stück "Ariadne" noch eine Tanzmaskerade im italienischen Buffostil zu präsentieren. Die Launenhaftigkeit des gnädigen Herrn bringt alle Akteure in Bedrängnis. Nicht nach einander, sondern gleichzeitig sollen die beiden Stücke gespielt werden, um anschließend pünktlich ein Feuerwerk zu genießen.

<P>Vor zehn Jahren inszenierte Hellmuth Matiasek die Richard-Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos" am Münchner Gärtnerplatztheater. Jetzt erlebte die Geschichte um das Theater im Theater dort ihre Wiederaufnahme. Die famose Noemi Nadelmann, die damals als Zerbinetta glänzte, hat längst andern orts Karriere gemacht. Doch nun hat diese Inszenierung, die Matiasek in einem Wiener Rokokopalais ansiedelte, einen neuen Star - und das ist Alexandra Petersamer in der Partie des verzweifelten Komponisten. </P><P>Mit vitaler Ausdrucksstärke macht sie ihrer Wut und Kränkung um ihre nicht gewürdigte Position und Arbeit Luft. Eindrucksvoll ihre Mimik, Gestik und ihr fantastisch geführter warmer, schattierungsreicher Mezzosopran. Wehmütig muss man akzeptieren, dass die Partie des Komponisten nach dem Vorspiel beendet ist.<BR><BR>Janice Dixon hingegen hat als Primadonna/Ariadne in der eigentlichen Oper Gelegenheit, mit ihrem voluminös lyrisch-dramatischen Sopran ihr Schicksal als verlassene Geliebte zu reflektieren. Sowohl Wolfgang Millgram als Tenor/Bacchus und auch Simone Schneider als Zerbinetta sind in ihren Höhen gewöhnungsbedürftig. Insgesamt ist die Inszenierung unter der musikalischen Leitung von Ekkehard Klemm sehr spielerisch geblieben. Doch für die Folgeveranstaltungen ist dieser Oper mehr Publikum als in der Wiederaufnahme-Premiere zu wünschen.</P>

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