Explosion? Nordkorea erneut von Erdstößen erschüttert 

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Eine Idee und ihre Wirkung

- Vor 200 Jahren legte der Habsburger Kaiser Franz II. die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation nieder. Sang- und klanglos endete damit das 962 von Otto dem Großen begründete Reich, das sich symbolisch auf das Imperium Roms bezog. Aus Anlass des 200. Jahrestages wird die Ära von heute an erstmals in einer großen Doppelausstellung in Magdeburg und Berlin dargestellt - anhand von zusammen rund 1100 Schaustücken (wir berichteten).

"Es ist ein einzigartiges Projekt, sagt die Berliner Kuratorin Jutta Götzmann. Und der Direktor des Kulturhistorischen Museums Magdeburg, Matthias Puhle, schwärmt: "Eine solche Ausstellung über die gigantische Zeitspanne von 850 Jahren hat es noch nie gegeben." In Magdeburg wird unter dem Motto "Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters" die gesamte mittelalterliche Reichsgeschichte bis zu Maximilian I. nachgezeichnet. Der neuzeitliche Teil der Reichsgeschichte, "Altes  Reich  und neue Staaten 1495-1806", ist im Deutschen Historischen Museum in Berlin repräsentiert. Das Bindeglied zwischen beiden Ausstellungen ist Maximilian. In Magdeburg erscheint er als der letzte Ritter, in Berlin als Kaiser.

Kostbarkeiten aus aller Welt

Die Kostbarkeiten der Ausstellung umfassen Goldschmiedearbeiten, Sakral-Utensilien, Grafiken, Gemälde, Skulpturen, Rüstungen, Münzen, Urkunden und Bücher. In Magdeburg ist unter anderem die berühmte Heidelberger Liederhandschrift, der so genannte Codex Manesse, zu sehen. Sie enthält prachtvolle Darstellungen des Minnedichters Walther von der Vogelweide, des Tannhäusers und Kaiser Heinrichs VI. Weitere herausragende Objekte sind die Goldene Bulle, das unter Karl IV. verfasste Grundgesetz des Reiches, und die Magdeburger Elfenbeintafeln. In der Berliner Schau wird u.a. eine Bronzebüste Karls V. gezeigt.

"Erst durch den Fall des Eisernen Vorhangs konnte man überhaupt daran denken, ein solches Thema, das geografisch heute große Teile Europas umfasst, darunter Gebiete der früheren Ostblock-Staaten, zu präsentieren", betont Puhle. "Zudem hat sich das Nationalgefühl verändert, und wir stehen nicht mehr unter Nationalismusverdacht. Heute sind die Europäer in unserer Ausstellung versammelt, wir zeigen den großen historischen Bogen auf und dokumentieren in einer Abteilung auch die Nachwirkungen des Reiches auf die einzelnen Nationen im 19. und 20. Jahrhundert."

Bis 10. Dezember, www.dasheiligereich.de, Katalog, vier Bände: 186 Euro.

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