Eine sehr spezielle Gelegenheit

- "Die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sind zwei fantastische Orchester, mit denen ich sehr gerne zusammenspiele. Ich liebe beide!"

Das sagt Hélène Grimaud, die erst kürzlich in München mit dem ECHO Klassik als Pianistin des Jahres 2005 ausgezeichnet wurde. Und zur Isarmetropole hat die in Aix-en-Provence gebürtige Französin, die inzwischen nahe New York lebt, eine besondere Beziehung: "Mein allererstes Deutschlandkonzert gab ich in München, ich habe hier stets so positive Erfahrungen gemacht, und daher werde ich hier immer ein wenig sentimental."

Im Sommer 2006 gastiert die Ausnahmepianistin, deren persönliche Vorliebe der Natur gilt, die eine große Liebe zu Wölfen hegt und eine Schwäche für romantische Komponisten hat, erneut in München. Jedoch an einem außergewöhnlichen Ort: Am Sonntag, den 2. Juli, spielt sie beim Open Air Konzert der Münchner Philharmoniker unter Leitung von Andrey Boreyko im Rahmen von "Klassik am Odeonsplatz".

Auch ihr anderes Münchner Lieblingsorchester ist dort zu hören, allerdings tags zuvor, am Samstag, den 1. Juli. Da dirigiert Esa-Pekka Salonen die BR-Symphoniker, jedoch mit einem rein symphonischen Programm.

Bei ihrem letzten München-Aufenthalt hat sich Hélène Grimaud denn auch gleich zur Ortsbesichtigung begeben: "Ich war abends auf dem Platz, habe die Architektur auf mich wirken lassen. Und ich finde es großartig, hier vor 8000 Menschen zu spielen. Das ist schon eine sehr spezielle Gelegenheit. Zudem bin ich davon überzeugt, dass die Akustik hier gut sein wird, was bei Open Air Konzerten sonst eher ungewöhnlich ist."

"Sie können da eine Stecknadel fallen hören."

Hélène Grimaud

Hélène Grimaud spielt nicht das erste Mal unter freiem Himmel, in Amerika tut sie das häufiger. In der Hollywood Bowl mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra beispielsweise, und ihr Publikumsrekord liegt bei 20 000 Zuhörern. "Manchmal denke ich dann während der Proben, das ist wirklich nicht die beste Art Musik zu machen, aber dann entschädigt mich am Abend die Magie des Publikums und des wunderbaren Himmels für eine ungenügende Akustik oder kleine Störungen, und die Freude überwiegt. In Deutschland erstaunt mich übrigens immer wieder, wie konzentriert und ruhig das Publikum ist. Sie können da eine Stecknadel fallen hören."

Hélène Grimaud ist nicht nur von der Hördisziplin des deutschen Publikums beeindruckt, sondern auch von dessen Repertoirekenntnis, Offenheit und Neugier. Was die Münchner Philharmoniker anbelangt, so fühlt sie sich da bestens aufgehoben, weil die Chemie zwischen ihr als Solistin und dem Orchester bisher immer gestimmt hat. Darauf freut sie sich auch kommenden Sommer, wenn sie gemeinsam mit dem Orchester Robert Schumanns a-moll Klavierkonzert op. 54 unter dem Gewölbe der Feldherrnhalle spielen wird: "Für mich ist es eines meiner Lieblingsstücke.

Und es ist eines, das ich absolut brauche, ich kann mir mein Leben nicht vorstellen, ohne es zu spielen. Es ist in vieler Hinsicht ungewöhnlich und einmalig: von seinem Aufbau, seiner Ausdrucksstärke, der Frische, aber auch von seiner Mysteriösität und Spontaneität. Es ist ein Stück, das zu jeder Zeit überrascht."

Das Gespräch führte Dorothea Hußlein

Der Vorverkauf für "Klassik am Odeonsplatz" hat begonnen.

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