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Wo "La BrassBanda" auftreten, tanzen die Leut’: Sänger und Trompeter Stefan Dettl .

Die Einheizer: Bei LaBrassBanda hält niemand still

München - Erfolg kann man an vielerlei messen. Der eine schaut auf sein Konto, der andere in seine Garage, der dritte in sein Bett. Oliver Wrage ist Musiker, der macht das anders.

Der barfüßige Bassist der Gruppe LaBrassBanda ging im vergangenen Jahr einfach für eine Solo-Einlage nach vorne an den Bühnenrand des ausverkauften Circus Krone. Was passierte, und zwar gleichzeitig? Von der Tribüne gegenüber winkte ihm seine Mama begeistert zu, und aus dem Gewusel in der Manege hörte man eine Mädchenstimme kreischen: „Ich will ein Kind von dir!“

Erfolg kann man auch an lustigen Zufällen messen. Im vergangenen Jahr war der Kronebau dreimal ausverkauft, an diesem Wochenende und am kommenden Mittwoch haben LaBrassBanda ihn gleich viermal gebucht – alle Shows schon voll. 10 000 Menschen wollen die lederbehosten Buam aus der Wahlheimat Übersee sehen.

Nicht schlecht, für eine Blaskapelle. LaBrassBanda sind ein Phänomen. Eine Band, die klingt wie ein Fleckerlteppich aus mindestens 25 extrem tanzbaren Stilen: Irgendwie Chiemgau, irgendwie Balkanfolklore, irgendwie Ska und Funk, das Bairisch perlt bisweilen wie Rap – und das mitunter stakkatoartige „Umpa-umpa-umpa-umpa“ aus Andreas Hofmeirs Tuba verstehen auch Techno-Fans. „Für uns ist es einfach die Musik, die aus uns raus will“, sagen sie. „Sie geht den Leuten direkt in die Beine und macht es ihnen schwer stillzuhalten.“ Besonders wenn man einen Anheizer wie Sänger/Trompeter Stefan „Sepp“ Dettl hat, der so rotbackig-frech daherschnabelt, dass man nicht mal Bairisch verstehen muss, um sich unterhalten zu fühlen.

Deshalb funktionieren LaBrassBanda auch überall: bei Realschülerinnen aus Waging und beim hippen Münchner Glockenbach-Adel – im Bierzelt, im Hamburger Szene-Club, auf Rockfestivals in Dänemark, in Simbabwe und Sibirien. Wo sie auftreten, tanzen die Leut’. Regisseur Marcus H. Rosenmüller drehte gleich einen Dokumentarfilm drüber: „Habe di Ehre Übersee“, benannt nach den beiden Platten der Band.

Vielleicht kommt der Erfolg einfach daher, dass das Quintett macht, was es will – es ist nicht „ausgedacht worden“ oder durch amateurhafte Casting-Tretmühlen gehechelt. Die studierten Virtuosen haben sich einst beim Schweinsbraten kennengelernt und tourten anfangs im Feuerwehr-Oldtimer oder per Bulldog und Mopeds durch die Lande – sie haben sich den Erfolg erspielt. Was nach den ausverkauften Shows in Bayern noch auf sie wartet? Der große kommerzielle Sprung? Es passt zu den Fünf, dass sie die Zukunft gelassen sehen – sie machen schlicht und einfach gerne Musik: „Wir müssen uns nicht spielen oder verstellen bei dem, was wir machen, und darum sind wir sauber froh.“ Unsere Konzertkritik lesen Sie am Montag.

Johannes Löhr

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