Einmal die Lulu singen - das wäre eine Herausforderung

- Als ein Zusammentreffen der "schönsten Stimme der Klassik" mit dem "besten Tenor des 21. Jahrhunderts" - so wird das Open Air Konzert von Anna Netrebko und Ramón Vargas am 17. Juli 2005 auf dem Münchner Königsplatz angepriesen. Doch der Auftritt des neuen Traumpaares der Klassik verkauft sich nicht von alleine, also ist Anna Netrebko derzeit auf Promotion-Tour in München.

<P>Im blauen Samtblazer, darunter ein champagnerfarbenes Spitzentop, und Jeans gibt's erst einmal ein Foto-Shooting vor drei Postern, die in der Stadt schon etliche Plakatwände zieren. Dann schwärmt die viel Umworbene: "Mein Debüt hier an der Bayerischen Staatsoper war wundervoll. Ich war sehr glücklich über den Erfolg und darüber, dass mich das Publikum so liebt. Jetzt freue ich mich zurückzukommen, um für dieses Publikum zu singen." Es wird für die Netrebko eine Wiederbegegnung mit Ramón Vargas werden, ihrem Bühnenpartner vom letzten Jahr: "Er ist für mich ein unglaublicher Sänger, ich liebe es, mit ihm zu arbeiten." 2004 war für die Sopranistin ein unerwartet erfolgreiches Jahr. Allein über 25 Mal sang sie in "La Bohè`me", und sie bekennt, nie müde geworden zu sein.<BR><BR>Open Air Konzerte sind für den Weltstar aus St. Petersburg nichts Neues: "Ich habe bereits auf der Waldbühne in Berlin gesungen sowie in Russland und in Amerika, wo diese Art sehr populär ist. Für mich ist das eine große Sache. Allerdings ist es nicht einfach, mit Mikrofon zu singen, weil das für einen Opernsänger doch sehr ungewöhnlich ist. Dennoch finde ich es wunderbar, weil so viele Menschen kommen können, um die Musik zu hören. In Amerika kann man dabei picknicken. Es gefällt mir, wenn Menschen auf diese Weise erstmals klassischer Musik begegnen und sich vielleicht auf diesem Weg in sie verlieben. Danach aber sollten sie sich genauer damit beschäftigen; sie sollten in die Oper gehen, denn das ist natürlich etwas ganz anderes."<BR><BR>Das Programm in München: populäre Klassik. Orchester und Dirigent sind noch offen. Netrebko: "Ich bin da pflegeleicht, ich kann mit allen arbeiten." Es gibt auch kein favorisiertes Opernhaus, sie mag eigentlich alle, Hauptsache die Akustik ist gut. Sie glaubt: "Wenn man zu oft am selben Platz ist, langweilen sich die Leute." Aber auf jeden Fall würde sie gerne irgendwo die Lulu singen: "Das wäre eine Herausforderung."<BR><BR>Die Frage, ob sie alles glaube, wenn sie in Kritiken als Weltklasse-Sopran, die neue Callas oder Opern-Diva Nr. 1 gefeiert wird, verneint sie lachend: "Glauben Sie das? Man versucht doch nur, dadurch das Publikum zu interessieren."</P><P>Karten: 0180/ 51 705 17 oder www.deag.de/pringhome; sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.</P>

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