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Einweihungssause: Granada spielen zur Eröffnung des Münchner Volkstheaters

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Von: Katja Kraft

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Granada
Beste Stimmung auf und vor der Bühne 2 am Freitagabend: Granada heizen dem Volkstheater ein. © Oliver Bodmer

Während sich nebenan der Bühnenthriller „Edward II.“ ereignete, brachte die österreichische Band Granada Lebensfreude auf die Bühne 2 des neuen Münchner Volkstheaters.

„Die Lichter gehen aus“? Von wegen! Wenn Thomas Petritsch den Song des neuen Granada-Albums singt, glaubt man ihm kein Wort. „Die Party ist am End’, am End’, am End’, Game over, aus und g’sprengt“ gilt bei diesen Burschen aus der Steiermark nicht. Besonders nicht an einem Abend wie am Freitag – da weihte die Band die Bühne 2 des neuen Volkstheaters im Viehhof ein.

Und wie! Die ausgelassenen Österreicher, musikalisch angesiedelt zwischen Wanda und Bilderbuch, aber mit der Extraportion Akkordeon-Einsatz, wissen, wie man Stimmung macht. Schließlich haben sie genau wie ihre Fans „Sehnsucht nach mehr Gloria“, so besingen sie das in der melancholisch angehauchten Hymne „Cordoba“. Und das nach Konzertgenuss lechzende Publikum stimmt beseelt mit ein.

Wehmütiges Sehnen nach alter Nähe

Fast alle Songs ihres neuen Albums „Unter Umständen“ sind durchzogen von diesem wehmütigen Sehnen nach der alten Nähe, dem unbeschwerten Beisammensein, wie wir es mal kannten. „Es wird Zeit, dass wir uns wiedersehen“, fleht Petritsch in „Zeit“. Denn schließlich ist man in der Zeit seines Lebens. „Ich geh heut’ auf, ich bin in der Blüte, ob du’s glaubst oder nicht. In der Blüte meines Lebens“, geben sie in „Blüte“ den Takt vor für eine rauschende Einweihungsparty. Für die meisten hier ist es der erste Konzertbesuch nach den vielen Monaten der Pandemie. Euphorisch singen, tanzen, hüpfen sie mit. Von Beginn an, bei der passenden Eröffnungsnummer „Lang is her“.

Ganz ohne das Virus mit den sechs Buchstaben zu benennen, gelingt es Granada, das Lebensgefühl vieler junger Menschen in der Zeit der Pandemie zum Klingen zu bringen. Wenn es gilt, ein Synonym für heißes Verlangen zu finden, dann nutzen sie gewitzt das „Chikungunya“-Virus: „Wir san im Chikungunya-Fieber heute Naaaaaacht.“ Im wahren Leben ist das eine fieberhafte Viruserkrankung, die durch Stechmücken übertragen wird und meist folgenlos verheilt. Im besten Falle nicht so schnell verheilen wird das Virus, mit dem Granada am Freitagabend alle Gäste infizierte. Es nennt sich Lebensfreude – und jeder, der kam, sollte damit angesteckt werden. Nebenwirkungen: Ausgelassenheit, glühend rote Wangen und überschwängliches Lachen. Tut gar nicht weh. Juchhe!

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