Das einzigartige Charisma des Dirigenten

- Beglückt und tief bewegt verließen die Besucher am Sonntagvormittag das Münchner Nationaltheater. Noch einmal hatten sie Carlos Kleiber, den im Juli verstorbenen, charismatischsten Dirigenten unserer Zeit, zumindest auf der Leinwand erleben dürfen. Die Bayerische Staatsoper veranstaltete in Zusammenarbeit mit der Unitel eine Matinee "In memoriam Carlos Kleiber".

<P>"Er hätte diese Veranstaltung grässlich gefunden", so eröffnete Intendant Sir Peter Jonas in einer sehr persönlichen Rede die Matinee. Jonas erinnerte sich an seine beruflichen Treffen mit Kleiber, dessen US-Debüt mit dem Chicago Symphony Orchestra er 1978 als dessen künstlerischer Leiter organisierte. Er erzählte von privaten Begegnungen mit dem von blitzender Intelligenz und beißendem Humor beflügelten Gesprächspartner. "Wir machen diese Matinee für uns", gestand Peter Jonas. Denn die Bayerische Staatsoper war über viele Jahre Kleibers künstlerische Heimat. Hier hat er 260 Opernaufführungen und etliche Akademiekonzerte dirigiert. Das Staatsorchester, das einmal ein kleines Idyll des britischen Komponisten George Butterworth nicht mit Begeisterung proben wollte, woraufhin Kleiber es zurückzog, revanchierte sich nun: Es musizierte ohne Dirigenten Two English Idylls. Das zweite, wie Jonas meinte, als Zinsen.<BR><BR>In hinreißenden, ganz auf Kleiber fokussierten Unitel- Filmausschnitten aus der "Fledermaus", dem "Rosenkavalier" und einem Konzert mit Brahms' Vierter wurden die Erinnerungen lebendig.Unter den Gästen: die Sänger Brigitte Fassbaender, Edita Gruberova, Gwyneth Jones, Wolfgang Brendel.<BR></P>

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