Die Eisen aus dem Feuer holen

- Giuseppe Spagnulo und die Galerie Storms gehören zusammen wie keine anderen. Schon Anfang der 70er-Jahre war der berühmte Italiener für den damals frischen Sammler mit dem Händchen für Zeitgenössisch-Famoses gewissermaßen der Mann der ersten Stunde. Inzwischen präsentiert Storms Spagnulo zum sechsten Mal. Diesmal hat er wortwörtlich "das Eisen aus dem Feuer geholt".

<P>Seine gezeigten monumentalen Stahlskulpturen und großformatigen Bildhauerzeichnungen sind deutliches Bekenntnis zum und Huldigung des Elementaren. Rotglühende Spuren haben sich als Zinkfarbe in den schroffen Materialsog, in die strudelnde Tiefe des "Pozzo" (Brunnen) eingebrannt. Gute viereinhalb Tonnen bringt Spagnulos "Altare" auf die Waage: ein archaisches Urviech, dieser grobschlächtige Opfertisch, ein Extremgewicht, extrem gewichtig in der Enge des Ausstellungsraumes. "Studio sulla croce" heißen die extra für München entstandenen Serigraphien. 15 Mal sehen wir die Kreuzform als Erprobungsfeld, 15 Mal Vulkanasche des feuerspeienden Stromboli, die das gerissene, gerollte, sich überlappende Papier kraftvoll dramatisch überzieht, mineralisches Glitzern hervorbringt. Besonders reizvoll: Carbon, Eisenoxyd, Asche und Papier werde von Stahlrahmen umfangen. (Bis 17. April, Ismaninger Straße 51, Tel.: 089/ 41 90 28 28.)</P><P>"Der Text ist eine Lüge", behauptet die komplexe Schau verschiedenster Kunstgrößen aus verschiedenen Zeiten der Dany Keller Galerie. Ein buntes Spektrum an Schrift und Bild, das die Zeichen des Zeichensystems Text und Gemälde hinterfragt: mal politisch, mal humorvoll, mal methodisch - immer aber nachdenkenswert. Wir sehen Daniel Spoerris Kochanweisungen, seine "Hirnrezepte", neben Jenny Holzers agitatorisch bestickter Army-Kappe "Protect me from what I want". Oder Johannes Muggenthalers Objektkunst, die aus einem Gewehrlauf die Frage "Wer warf den ersten Stein?" als Flagge ausspuckt. (Bis 1. März , Türkenstraße 11, Tel.: 089/ 22 61 32.)</P><P>Gleichsam theatralisch, zeigt die Galerie Huber Goueffon Ölgemälde zum Thema "Der Offene Mund" von Peter Vogt. Das Mittel: Verfremdung der Basis Fotografie. So sind wir mittendrin im expressiven, gestischen Spiel des Lebens. Wir nehmen Anteil am Entsetzensschrei einer Frau, dem fetten Lachen einer Diva, dem begeisterten Jubel des Siegers, dem gelösten Aufatmen des Schwimmers. Fantastisch dazu die massiv-hölzerne Rahmung, welche die Illusion einer Guckkastenbühne für die theatralen Momente der physiognomischen Studien doppelt. (Bis 1. März, Westermühlstraße 3, Tel.: 089/ 232 19 842.)</P><P>Auch dem Fotografischen verschrieben hat sich Leif Trenkler in der Galerie Pfefferle - mit seinen 18 Straßenszenen "La Folie de la Rue" und zwölf dazugehörenden Bildern allerdings etwas farbenfroher. Arbeiten, die einen merkwürdigen Bruch der Sehgewohnheit hervorrufen: So räkelt sich ein junges Mädchen in Unterwäsche auf dem Straßenasphalt wie auf einem Bett. Ein Balken trennt unsere klare Sicht auf wehende Kleider eines Marktstandes. Bodenmuster sind Farbflächen und Loch im Boden. Immer aber transportieren die altertümlichen Bildträger der Ikonenmalerei - Holztafeln: Das Geheimnis liegt außerhalb des Bildes. (Bis 9. März, Rumfordstraße 29, Tel.: 089/ 29 79 69).<BR><BR></P>

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