Von der Eisflinte bedroht

- Löwen, Bären, Schwäne, Käfer, Krabben, Fische, Füchse, Elefant, Zebra Papagei, Einhorn - die ganze Arche Noah ist hier trippelnd und tänzelnd auf den Beinen, in ihren buntesten Festtagskleidern, die Affen gar in Matrosenanzügen, weil der kleine grüne Drache siebten Geburtstag feiert. Und weil sowieso in Rock-King Peter Maffays Fortsetzungs-Show "Tabaluga und das verschenkte Glück" alles vom Feinsten, Schicksten und Professionellsten ist: auch Licht, Technik, Maffays Top-Band, Starbesetzungen aus Theater, Film/ TV wie u. a. Heinz Hoenig als Raffzahn Arktos, Rufus Beck (auch Regie) als Magier, Georg Ringsgwandl als Pechvogel.

<P>Man will ja bis Mai 2004 noch viele Sport- und Messe-Tempel füllen. Fürs Drei-Tage-"Heimspiel" in München funktionierte die PR-Maschine blendend. Gleich waren 50 000 Tickets weg. Als bei der Premiere Maffay dem kleinen Tabaluga aus der hereingerollten Geburtstagstorte heraushilft, können beide sich am Anblick einer ausverkauften Olympiahalle laben, in der immer wieder auch Tabaluga-Leuchtstäbe und Tabaluga-Plüschis begeistert geschwenkt werden. </P><P>Und das "Tabaluga und Lilli"-Fortsetzungspublikum wird nicht enttäuscht: Wechselnde Projektionen von sonnendurchtränktem, schlingpflanzigem T-"Grünland und von Arktos' kristallspitzigen Eisgefilden. Das böse karottennasige Schneemann-Übergewicht zielt mit List auf die kostbaren Geburtstagsgeschenke und mit der Eisflinte auf das liebe Reptilchen selbst, das ohnehin aus gütigem Herzen alles verschenkt.<BR><BR>Der Kampf zwischen Gut und Böse, den T. natürlich gewinnt, geht auf mehreren Spiel-Inseln und Stegen vonstatten. Da singen schwarze Spinnen und Königinnen, stakseln Flamingos auf Spitze, wippeln Bienen-Popos, wabbelt die fette Grunz-Crew von Rasta-"Dreckschwein" Kader Kesek. Supersexy Sissy Perlinger als Silberfüchsin und die - trotz saunamäßig anstrengender Drachenhülle - in jeder Geste großartige Ina Bures schweben, fliegen sogar durch die Halle. </P><P>Bauklötze-Staunen, wie das alles koordiniert ist: Tanz (break-funkige Choreographie: Robert Downer), Nebel- und hochzischende Feuerfontänen, Stimmen von Darstellern/ Sängern.<BR><BR>In seiner Musical-Machart, seiner Perfektion ein Hyperspektakel, gewiss. In seinem Material-Luxus aber auch ein Märchen aus dem Über-Supermarkt - passend zur Spaß- & Konsumgesellschaft. Kein Geheimnis mehr drin durch "Moral-Moderator" Beck. Dafür schmerzhaft elektroverstärktes Rockgedröhn. Zuträglich fürs Gehör? Von Kindern? Hat sich Maffay das mal gefragt . . .<BR></P>

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