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Charismatische Truppe: Die Band Elbow aus Manchester um ihren Frontmann Guy Garvey (2. v. l.).

Elbow feiert in der Tonhalle - mit Bier und Schnaps

München - Die britische Band Elbow hat ihren 20. Geburtstag in der angenehm leeren Tonhalle gefeiert – Bier, Schnaps und guter Musik. Das Publikum war begeistert und dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Eine Kritik:

Guy Garvey sagt nichts, als er auf die Bühne tritt, er hebt seinen Bierbecher. Die Bandkollegen spielen sich schon mit den ersten Takten von „The Birds“ in einen Rausch, dann tritt Garvey ans Mikrofon – und bläst die Halle weg. Elbow, eine auf ihren Alben eher nach innen gekehrte Band aus Manchester, entfaltet live eine ungeheure Kraft, und so wird aus diesem Abend sehr schnell ein denkwürdiger in der angenehm leeren Tonhalle.

Dafür gibt es viele Gründe. Da sind zum einen die exzellenten Musiker aus Manchester, allen voran Drummer Richard Jupp. Dann ist da Guy Garvey, der nicht nur mit einer für den Popzirkus einmalig vollen Tenorstimme gesegnet ist. Er ist auch ein begnadeter Entertainer, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt („Ich sah ziemlich gut aus, als ich 18 war, irgendwas zwischen Marlon Brando und sonst irgendwem, der ziemlich gut aussah.“). Und dann ist da das melodiöse, oft hymnische, mal himmlische („Mirrorball“) und mal rockige („Grounds For Divorce“) Produkt einer nunmehr 20 Jahre währenden, fruchtbaren Zusammenarbeit. Was Elbow übrigens mit einem Schnaps, einem Geburtstagsständchen und einer heimeligen Akustikversion von „Weather To Fly“ feiern.

Hinzu kommt, dass sich Elbow eine treue Fan-Basis aufgebaut haben. Die mitklatscht, mitsingt (etwa bei „Lippy Kids“) und die Band nicht mit Zugabe-Rufen auf die Bühne zurückholt, sondern mit dem Refrain von „Grounds For Divorce“. Fürwahr: ein denkwürdiger Abend.

Thierry Backes

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