Elbphilharmonie: Manager sagt aus

Hamburg - Zum Millionengrab Elbphilharmonie in Hamburg tagt der Untersuchungsausschuss. Der erste Zeuge hat ausgesagt. Der Ex-Manager des Projekts weist alle Schuld für die Kostenexplosion von sich.

Der erste Zeuge im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Elbphilharmonie“ der Hamburgischen Bürgerschaft hat am Donnerstagabend ausgesagt. Hartmut Wegener, ehemaliger Projektkoordinator der Realisierungsgesellschaft, erklärte, wie es seiner Meinung nach zur Kostenexplosion beim Bau des Konzerthauses gekommen war.

Wegener (64) betonte, er habe die Kulturbehörde der Stadt immer zeitnah und angemessen über Kostenentwicklungen und Risiken informiert. „Ich fühle mich hier zum Sündenbock gestempelt“, sagte Wegener. Immer wieder habe das Bauunternehmen Nachforderungen gestellt. Zuletzt habe Hochtief 144 Millionen veranschlagt.

Vom Senat habe Wegener kurz vor seinem Rücktritt im Jahr 2008 eine Verhandlungssumme 75 Millionen Euro zugesagt bekommen. Zwei Monate nach seinem Ausscheiden haben sich die Stadt mit Hochtief zu seiner Überraschung auf 137 Millionen Euro geeinigt. Er beklagte zudem Abstimmungsprobleme mit den Architekten. „Die Architekten fühlten sich als eigenständige dritte Partei, nicht als loyale rechte Hand des Bauherren, der ja schließlich alles zahlt“, sagte Wegener.

Ursprünglich waren die Kosten auf 77 Millionen veranschlagt worden. Inzwischen hat die Bürgerschaft 323,5 Millionen Euro für das Vorhaben bewilligt. Der Bau soll im November 2012 fertiggestellt werden.

dapd

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