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Mit einer aufwändigen Videoshow begeisterte das Electric Light Orchestra in Liverpool 12.000 Fans.

Rückkehr der Untertasse

Electric Light Orchestra: So war der Start der Welttournee

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Liverpool - Das Electric Light Orchestra startete mit einem triumphalen Konzert in Liverpool seine erste Welttournee seit 35 Jahren.

Liverpool und Popmusik – diese Kombination elektrisiert die Welt seit mehr als fünf Jahrzehnten. Aus dem Beatles-Museum im Albert Dock am Hafen dringt tagein, tagaus die unsterbliche Musik der Fab Four, von „Love me do“ bis „Let it be“, und dann wieder von vorne. Und direkt gegenüber dem alten Dock, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, steht das neue Liverpool, die Veranstaltungshalle Echo Arena mit ihrem spektakulären Riesenrad und dem John-Lennon-Denkmal. Auch dort, in Hörweite der alten Beatles-Herrlichkeit, wurde nun Popgeschichte geschrieben: Das Electric Light Orchestra (ELO), eine der erfolgreichsten Bands der Siebziger- und Achtzigerjahre, startete mit einem triumphalen Konzert ihre erste Welttournee seit 35 Jahren. 12 000 Fans feierten den besten Beatles-Sound, seit es die Beatles nicht mehr gibt.

Denn Orchesterchef Jeff Lynne (68), der ELO seit Jahren praktisch im Alleingang betreibt, hat sich Liverpool nicht umsonst für seinen Tourstart ausgesucht. Er gilt als Beatles-süchtig und hat Solo-Alben von Paul, George und Ringo produziert. Für seine eigenen Welthits, von „Mr. Blue Sky“ bis hin zu „Don’t bring be down“ (alle aufgenommen in München) bekam Lynne viele Jahre zu wenig Respekt, wurde belächelt als „Zuckerbäcker des Pop“.

2014 änderte alles. Bei einem Konzert im Londoner Hyde Park bejubelten 50 000 Lynne und seine neue Tourband. „Es war das größte Konzert meines Lebens. Ich habe mein eigenes Wort nicht mehr verstanden, so laut haben die Leute gesungen“, schwärmte der Zausel, der wahrscheinlich schon mit Fliegerbrille, Bart und Lockenmähne geboren wurde. Nun also die Welttournee mit dem einzigen Deutschlandtermin am 5. Mai in Oberhausen. Liverpool war ein fantastischer Auftakt. Viele Fans hatten seit mehr als drei Jahrzehnten darauf gewartet, ELO live zu erleben. Und es wurde ein Abend im Zeichen des blau-gelb-roten Raumschiffs, seit 40 Jahren das Logo der Band.

Ein Abend im Zeichen des Raumschiffs

In einer aufwändigen Videoshow schwebte die Untertasse immer wieder über die Bühne, mal als Telefon-Wählscheibe bei „Telephone Line“, mal als alte Vinyl-Single aus dem Jahr 1972 bei „Roll over Beethoven“. Lynnes neue Band, darunter drei Streicher und drei Synthies, unter anderem mit ELO-Legende Richard Tandy, ließ den Sound aus den Münchner Musicland-Studios aufleben. Die gezupften Celli in „All over the World“, der klassische Sopran der wunderbaren Background-Sängerin Melanie Lewis-McDonald in „Rockaria“ – jedes Detail stimmte. Es war ein Fest, übrigens auch bei den Songs aus dem aktuellen Album „Alone in the Universe“.

Liverpool stand vor Jeff Lynne, Liverpool tanzte mit Jeff Lynne. Wer sich nach „Turn to Stone“ und „Don’t bring me down“ ermattet hinsetzen wollte, wurde mit „Sweet talkin’ Woman“ gleich wieder aus dem Sessel gerissen. Und größer als das Finale von „Mr. Blue Sky“ mit elegischem Himmels-Chor, wenn die Wolken nach dem langen Regen aufreißen, kann Pop kaum sein. Kein Wunder, dass Paul McCartney 2015 bei den Grammys im Publikum zum Auftritt von ELO tanzte. Und auch fürs Lennon-Denkmal vor der Liverpooler Halle war die Musik laut genug. Dem großen John dürfte gefallen haben, was er zu hören bekam.

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