Eleganter Star

- Zweifellos ist der mexikanische Startenor Ramon Vargas ein Sympathieträger, und entsprechend wurde er bei seinem ersten offiziellen Arienabend im Münchner Herkulessaal vom Publikum empfangen. Vor zehn Jahren stand er dort schon einmal auf der Bühne, damals jedoch nur als Einspringer für einen erkrankten Kollegen. Dieses Erlebnis hat er nicht vergessen. Sehr persönliche Worte fand Vargas zu Beginn seines reinen Verdi-Programms, in dem er unter anderem Arien aus "Macbeth", "Luisa Miller", "Rigoletto", "Ernani" und "Il Trovatore" sang.

<P>Wichtig war ihm bei seiner ersten, "Dal labbro il canto" aus dem "Falstaff", der Hinweis, dass dies die letzte Tenor-Arie war, die Verdi geschrieben hat und es hier nicht um Rache oder Hass, sondern um die Liebe geht. Nach der wunderbar interpretierten Romanze aus "Attila" gab's für Vargas nur noch Bravi. Die Stücke im zweiten Teil sang er dann vom Blatt. Vargas, der über eine intensive, zugleich aber auch zurückhaltend elegante Bühnenpräsenz verfügt, wurde hier lediglich durch das Pult in seiner dezent darstellerischen Aktion eingeschränkt. Dennoch: Betörend schön und mit langem Atem offerierte er die Kavatine des Jacopo aus "I due Foscari".</P><P>Besonders geglückt war die Zusammenarbeit mit dem Radio-Symphonieorchester Pilsen, das unter Leitung des kroatischen Dirigenten Vjekoslav Sutej sehr sensibel musizierte und dem warmen, facettenreichen Ton von Vargas viel Raum gab. Sutej sieht Vaclav Havel verblüffend ähnlich und hat eine kuriose Mimik. Er bewies besondere Sportlichkeit, um Vargas und das Orchester stets unisono enden zu lassen. Vargas beendete seinen Arien-Reigen nach nur zwei Zugaben nach dem Motto: Weniger ist mehr. Ein wehmütiger Abschied für das begeisterte Publikum.</P><P> </P>

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