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Ganz in schwarz trat Ellie Goulding in München auf.

Auftritt in der Olympiahalle

Konzertkritik zu München-Show: Nicht alles Goulding, was glänzt

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München - Ellie Goulding sang am Dienstagabend vor über 6000 Fans in der Münchner Olympiahalle. Die Konzertkritik zum Auftritt der Britin.

Es sollte ein royales Vergnügen werden, sollte es nicht? Ellie Goulding, Englands Pop-Darling, die 2011 auf der Hochzeit von Kate und William singen durfte, wollte am Dienstagabend 6500 Fans in der Olympiahalle ins „Delirium“ stürzen, auf ihrer gleichnamigen Welttournee. Doch so ganz klappte es nicht mit dem rauschhaften Zustand. Fazit, trotz aller Euphorie der akustisch äußerst engagierten Teeniemädchen am Bühnenrand: Es ist nicht alles Goulding, was glänzt. Mehr als geschätzte 0,5 Promille kamen nicht zusammen.

Zuletzt hatte die 29-Jährige geklagt, dass sie sich müde fühle. Doch daran lag es nicht. Ihr Problem ist vielmehr, dass sie zu wenig ihren Stärken vertraut, tollen selbstgeschriebenen Songs, und ihrer ungewöhnlichen Stimme, die verletzlich klingen kann, heiser, leise und zart. Stattdessen setzt Miss Ellie auf handelsübliches Dancefloor-Gewitter, und will partout Katy Perry Konkurrenz machen. Nur, Ellie, englisches Landmädchen aus den West Midlands: Das bist du nicht.

In München steht zunächst das aktuelle Album „Delirium“ im Mittelpunkt. Genau wie die Platte beginnt auch das Konzert mit einem elegischen Sopran-Intro. Goulding fährt hinter einem Goldvorhang Richtung Bühnenhimmel auf, und der Sopran geht über in die stampfenden Beats von Aftertaste. Der Nachgeschmack dieses Sounds mit recht auswechselbaren Stücken dominiert den Abend, auch wenn Ellie mal zum Schlagzeug wechselt, oder Akustikgitarre spielt, im hübschen Devotion. Doch solche Momente sind die Ausnahme. Meist lässt sie es krachen. Sie turnt fleißig, kann schwarze Hotpants ebenso tragen wie weißes Abendkleid. Für Hits wie Burn genügt eine Vier-Mann-Band – man möchte nicht wissen, wie viel hier von Festplatte eingespielt wird. Die talentierte Miss Ellie möchte jetzt eines der Disco-Hascherl sein, von denen es schon viel zu viele gibt. Und das ist schade, ist es nicht?

Bilder: Ellie Goulding rockt die Olympiahalle

Bilder: Ellie Goulding rockt die Olympiahalle

Jörg Heinrich

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