Ende der Durststrecke

- Sie strahlen mit der Sonne um die Wette - die Stars und Sternchen, die derzeit die Croisette in Cannes bevölkern, die Schauspieler, deretwegen Menschenmassen in die Kinos strömen, die Regisseure, Produzenten, Kritiker und Einkäufer: Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes (bis 22. Mai) haben gleich zu Beginn schon erste Höhepunkte zu verbuchen.

<P class=MsoNormal>Zu verdanken haben das die Franzosen dem Amerikaner Woody Allen und seinem Woody-untypischen Film "Match Point". Zum ersten Mal hat Allen seiner Lieblingsstadt Manhattan den Rücken gekehrt. "Es war so wunderbar, in London zu arbeiten", sagte der 69 Jahre alte Amerikaner. "In Manhattan ist es im Sommer heiß, und die Sonne bringt mich um. In London ist es kühl, der Himmel ist grau - einfach perfekt für mich." Doch nicht nur das englische Wetter hat den Oscar-Preisträger begeistert. "Für amerikanische Ohren klingt jedes Wort aus dem Mund eines britischen Schauspielers schlichtweg zauberhaft. Die Briten sind da einfach im Vorteil."</P><P class=MsoNormal>Die Vorzüge der britischen Produktion mit dem Hollywood-Star Scarlett Johansson als einziger Amerikanerin in der Besetzung haben Allen offensichtlich beflügelt: "Match Point" ist einer seiner besten Filme seit langem und so sexy wie noch nie.</P><P class=MsoNormal>Durststrecke beendet</P><P class=MsoNormal>Der Film aber läuft in Cannes außer Konkurrenz wie noch 15 andere internationale Arbeiten ebenfalls. Im Wettbewerb um die Goldene Palme stehen 21 Filme. In beiden Abteilungen auch einige deutsche Beiträge. Nachdem Hans Weingartner im letzten Jahr mit "Die fetten Jahre sind vorbei" die lange Durststrecke deutscher Filme im Wettbewerb beendet hat, sieht die heimische Bilanz schon zu Beginn rosig aus. Mit Wim Wenders im Wettbewerb, Fatih Akin außer Konkurrenz und zwei deutschen Nachwuchsregisseuren in der Reihe "Un certain regard" ist Deutschland stark vertreten und steht besser da als zum Beispiel Italien und Großbritannien. Wenders (59) geht mit "Don't Come Knocking" ins Rennen um die Goldene Palme und setzt damit seine individuelle Filmreihe über seine Wahlheimat USA fort. Vor 21 Jahren hat Wenders mit dem Drama "Paris, Texas" in Cannes die Goldene Palme gewonnen.</P><P class=MsoNormal>Auch den Hamburger Deutsch-Türken Fatih Akin (32) hat es für "Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul" in die heimatliche Ferne gezogen. Der Berlinale-Gewinner ("Gegen die Wand") erforscht in seinem Dokumentarfilm die moderne Musikszene von Istanbul. Der Film läuft außer Konkurrenz und wird in Cannes am publikumsstarken Samstagabend (14. Mai) auch in einer Open-Air-Vorstellung vor Tausenden Menschen am Strand gezeigt.</P><P class=MsoNormal>Die jungen Filmemacher Christoph Hochhäusler und Benjamin Heisenberg sind beide Absolventen der Filmhochschule München und haben bei Hochhäuslers viel gelobtem Regiedebüt "Milchwald" (2003) als Drehbuchautoren zusammengearbeitet. Nun müssen sie in der Nebenreihe "Un certain regard" auf eigenen Füßen stehen: Hochhäusler präsentiert "Falscher Bekenner", Heisenberg seine erste große Regiearbeit "Schläfer".</P>

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