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Autor Markus Thiel

Nach 15 Jahren Diskussion

Kommentar zum Konzertsaal: Das Ende einer peinlichen Debatte

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München - 15 Jahre langes Ringen ging der Entscheidung über den Konzertsaal voraus - eine höchst peinliche Debatte, die mehr nach Eintopf als nach Haute Cuisine schmeckt, findet unser Autor.

Die Sache schmeckt weniger nach Haute Cuisine, eher nach Eintopf oder – passend zum Standort – nach fertiger Knödelmischung. Was man eben so hernimmt, wenn es schnell gehen muss und keine Muße, keine Kreativität und wenig Geld bleiben für eine Spitzenmahlzeit. Die Entscheidung, den neuen Münchner Konzertsaal auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände am Ostbahnhof zu platzieren, ist vor allem Eines: ein Sieg des Pragmatismus.

Das gestrige Votum des Ministerrats (dem Fraktion und Landtag noch zustimmen müssen) beendet eine peinliche Debatte, mit der sich der Freistaat in der Kulturwelt blamiert hat. Fast 15 Jahre lang wurde schließlich nur um eine einzige Sache gerungen – um den Standort. Von vielem erzählt diese lange Zeit, von Wolkenkuckucksheimen, von vorpreschenden Landespolitikern, die Realität und Widerstände ignorieren, von viel gutem Willen und wenig Sinn fürs Machbare.

Der Platz wurde gefunden, doch nun beginnt erst die eigentliche Arbeit. Wie der Saal aussehen soll, wie er finanziert wird, wer ihn betreibt, welche Mitsprache dem privaten Investor gestattet wird, wie Interessenkollisionen im täglichen Geschäft ausgeräumt werden, all das harrt vieler weiterer Entscheidungen. Angesichts der bisherigen Diskussion brauchen die Verantwortlichen folglich zweierlei: Klarsichtbrillen und einen Turbolader.

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